Am heutigen Mittwoch-Abend hält der Spielplan der 3. Liga zwei ganz besondere Leckerbissen auf der Derby-Speisekarte parat – im Osten der Republik schlagen die Fußball-Herzen höher: Rot-Weiß Erfurt empfängt den FC Carl Zeiss Jena zum Thüringen-Duell und Erzgebirge Aue lädt zum Sachsen-Derby gegen Dynamo Dresden ein.

Das Prickelnde an Fußball-Derbys ist ja gerade, dass sie aus regional verwurzelten Rivalitäten zweier Vereine ihre große Brisanz und Motivation ziehen, dabei ist es eher nebensächlich, ob diese Duelle nun im Hochglanzformat der Beletage in der 1. Liga, wo es sowieso immer weniger „echte“ Derbys gibt, oder in den Niederungen des Profi-Fußballs ausgetragen werden. Im Gegenteil: Im oft eher tristen Alltag vieler ruhmreicher Traditionsvereine in der 3. Liga kommt diesen Highlight-Spielen eine ganze andere, viel größere Bedeutung bei, da sie für einen kurzen Moment vergessen lassen, dass die jeweiligen Klubs ihre besten Zeiten lange hinter sich haben und sich ihr Kader eben nicht aus Weltklassekickern, die allesamt bei der WM für Furore sorgen, gespickt ist.

Der FC Carl Zeiss Jena geht mit breiter Brust in das Thüringenderby, nachdem man zuletzt 13 Punkte aus 5 Spielen holte und mittlerweile sogar mit einem Auge Richtung Aufstiegsplätze schielen darf. Die Truppe von Rene van Eck hat sich seit der Winterpause gefunden und eine Startformation mit den starken Stürmern Smeekes und Hähnge hat sich gefunden. Im Derby wird jedoch Ralf Schmidt, der Motor im zentral-defensiven Mittelfeld, aufgrund seiner 5. Gelben Karte fehlen. Knapp 3000 Fans wollen die Zeiss-Kicker beim Versuch, sich für die 3:0-Hinspielniederlage zuhause zu revanchieren, begleiten.

Der Rest der 12.000 erwarteten Anhänger wird Rot-Weiß die Daumen drücken. Erfurt, als Aufstiegs-Mitfavorit gestartet, befindet sich derzeit aber in einer akuten sportlichen Krise und die Rufe nach der Entlassung von Trainer und Manager Rainer Hörgl werden im Rund des Steigerwaldstadions immer lauter. Was gäbe es für eine bessere Gelegenheit, mit einem einzigen Sieg die Fanschar wieder hinter dem Verein zu versammeln?

Erzgebirge Aue setzt vor dem Duell gegen Dynamo auf die außergewöhnliche Heimstärke und hat nach der 0:3-Niederlage in Dresden ebenfalls einiges wiedergutzumachen. Aue ist nach dem VfL Osnabrück die beste Mannschaft vor eigener Kulisse und lauert derzeit, mit einigen Spielen im Rückstand, auf Platz 5 in der Tabelle, nach wie vor mit allen Chancen zumindest den zur Relegation berechtigten 3. Platz zu erreichen. Das Erzgebirgsstadion wird mit 12.000 Besuchern ebenfalls gut gefüllt sein, um die 2.500 werden aus Dresden erwartet. Dynamo ist so etwas wie das Team der Stunde, seit 7 Spielen ungeschlagen und hat sich seit der Winterpause kontinuierlich in der Tabelle nach vorne ins Mittelfeld gearbeitet.

Es gibt also auch tatsächlich auch noch außerhalb von Weltmeisterschaft, Champions League und Bundesliga noch Fußballspiele, die die Massen elektrisieren.

Marc Strasser

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Gast - Saturday, September 23, 2017 11:24:26

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