Archive for March, 2013

Category: Derbys Großbritannien,Derbys Weltweit – Author: admin – 2:10 pm

Da auf der britischen Insel einstmals das Regelwerk des Fußballs festgezurrt wurde, versteht es sich ganz von selbst, dass die direkten Duelle der vier Nationalmannschaften die mit Abstand traditionsreichsten des gesamten Globus sind: So wurde der erste Ländervergleich zwischen Schottland und Wales bereits 1876 ausgetragen – also rund 28 Jahre, bevor mit der Gründung der FIFA der mittlerweile mächtigste Sportverband der Welt entstand.

Dass die Bravehearts dieses erste Duell klar mit 4:0 für sich entscheiden konnten, gab auch für die folgenden Jahrzehnte deutlich die Richtung vor: In aller Regel jagten die Schotten schließlich deutlich erfolgreicher dem runden Leder hinterher. Insbesondere in den 70er/80er-Jahren des 20. Jahrhunderts hielt die Mannschaft sogar mit den besten Nationen des Fußballs mit: Zwischen 1974 und 1990 nahm Schottland folgerichtig bei jeder Weltmeisterschaft teil.

Schottland bleibt derzeit nur Nostalgie

Etliche Namen der damaligen Spielergeneration – unter anderem Kenny Dalglish oder Gordon Strachan – haben bis zum heutigen Tage einen hervorragenden Klang; da der schottische Fußball mittlerweile jedoch schon seit geraumer Zeit in einer tiefen Krise steckt, werden die damaligen Helden noch immer als Hoffnungsträger gebraucht. So wurde erst vor wenigen Wochen Strachan mit der Aufgabe betraut, die nationale Auswahl aus der Bedeutungslosigkeit zu führen: Beim anstehenden britischen Derby, wird der mittlerweile 56-jährige nun vor seine erste große Bewährungsprobe als Nationalcoach gestellt.

Die Fallhöhe dürfte sich für den früheren 50-maligen Nationalspieler dabei allerdings nur aufgrund des prestigeträchtigen Charakters der kleinen „Battle of Britain“ als enorm erweisen; aus sportlicher Sicht wird es für die Schotten in der laufenden WM-Qualifikation dagegen ohnehin nicht mehr viel zu gewinnen geben. Nach den beiden Unentschieden gegen Serbien und Mazedonien, fingen sich die Bravehearts sowohl gegen Wales als auch Belgien Niederlagen ein – und haben damit bereits kurz vor der „Halbzeit“ jede realistische Chance auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Brasilien verspielt.

Nach der bitteren 1:2-Pille in Cardiff, wird es für Strachan somit zunächst zwar bei der anstehenden Revanche um die Wiederherstellung der schottischen Ehre gehen; langfristig hat der Verband jedoch schon längst die EM-Qualifikation für 2016 im Blick: Da die eigene Nationalelf letztmals bei der Europameisterschaft in England 1996 bei einem großen Turnier vertreten war, sehnen sämtliche Schotten eine neuerliche Teilnahme bei einem solch großen Ländervergleich herbei.

Mit dem gegenwärtigen Personal wird es aber auch Strachan nicht einfach haben, die Nationalelf zu einstigem Glanz zurückzuführen; gingen die meisten Auswahlspieler früher bei den großen Premier-League-Klubs ein und aus, greift die A-Auswahl mittlerweile immer häufiger auf Akteure aus der zweitklassigen Championship zurück. Noch werden also Hoffnungsträger gesucht, die eine neue Blütezeit versprechen – diesbezüglich wird von den Schotten inzwischen immer öfter unverhohlen neidisch zu den einstmals verlachten Kollegen nach Wales geblickt.

Die Dragons hoffen auf die Zukunft

Die Dragons wissen mit Gareth Bale schließlich einen Torjäger in ihren Reihen, der unzweifelhaft das Zeug zum Superstar der kommenden Jahre hat; gemeinsam mit Aaron Ramsey von Arsenal London und Joe Allen aus Liverpool, könnte der Stürmer der Spurs schon bald das stabile Gerüst einer goldenen Generation der Nationalelf stellen. In der laufenden WM-Qualifikation erfüllten sich solche Hoffnungen der walisischen Anhänger allerdings noch nicht: Angesichts der teils heftigen Niederlagen gegen Belgien, Serbien und Kroatien, spendete bislang lediglich der erwähnte Sieg über Schottland ein wenig Trost.

Der jüngste Testspielsieg über Österreich ließ die Waliser dann aber doch wieder erkennen, dass inzwischen jede Menge Potential in der Mannschaft steckt; während sich die Schotten zuletzt zu einem fast schon demütigenden 2:1 über Luxemburg quälten, nimmt es die Auswahl von Chris Coleman derzeit bereits mit deutlich größeren Kalibern auf. Zwar weisen die Quoten der Wettanbieter die Waliser gegenwärtig noch immer als einen ausgesprochen leichtgewichtigen Vertreter Großbritanniens aus – dennoch dürfte die Gelegenheit derzeit selten günstig sein, das Kräfteverhältnis wenigstens vorübergehend zu den eigenen Gunsten zu drehen.

Ein Auswärtssieg im Hampden Park zu Glasgow würde die bisherige Bilanz gegen die Bravehearts nun zumindest schon einmal in einem etwas besseren Licht erscheinen lassen: Der 2:1-Sieg aus dem vergangenen Herbst hatte nämlich gerade einmal für den 22. Sieg im 106. Duell der beiden Nationen gesorgt: Mit ihren bisherigen 61 Siegen dürfte den Schotten hier noch auf Jahrzehnte ein deutlicher Vorsprung sicher sein.

Category: Derbys Weltweit – Author: admin – 1:13 pm

Ein besonders brisantes Duell steht in der WM-Qualifikation am kommenden Freitag an, wenn sich in Zagreb die Teams aus Kroatien und Serbien gegenüberstehen.

Jahrzehntelang spielten serbische und kroatische Fußballer im jugoslawischen Nationalteam und errangen gemeinsam große Erfolge. So belegte Jugoslawien bei der ersten Weltmeisterschaft 1930 und auch 1962 in Chile den vierten Platz und wurde 1960 und 1968 Vize-Europameister. Besonders erfolgreich war die jugoslawische Auswahl bei Olympischen Spielen. 1960 wurde man Olympiasieger und drei Mal – von 1948 bis 1956 – gab es die Silbermedaille. 1984 holte das jugoslawische Team noch ein Mal Bronze.

Der Zerfall Jugoslawiens

Anfang der 1990er-Jahre kam es nach den Unabhängigkeits-Bestrebungen der einzelnen Teilrepubliken zu den Jugoslawien-Kriegen. Gegen den Willen der Serben wurde Kroatien 1991 als eigener Staat anerkannt und ist seit 1992 auch FIFA-Mitglied. Auch 20 Jahre nach diesen Auseinandersetzungen sind viele Wunden von damals noch nicht verheilt und die Rivalität entsprechend groß.

Während sich die Kroaten als eigenständiger Staat im Fußball bald einen Namen machten, trat Serbien als Nachfolgestaat Jugoslawiens lange Zeit auf der Stelle. Bereits 1996 erreichten die Kroaten das Viertelfinale der Europameisterschaft und wurden 1998 in Frankreich sogar WM-Dritter. Auch bei der EM 2008 drang das kroatische Team ins Viertelfinale vor und scheiterte dort gegen die Türkei erst im Elfmeterschießen, nachdem man in der Verlängerung bereits wie der sichere Sieger ausgesehen hatte.

Serbien trat bis 2006 gemeinsam mit Montenegro als Auswahl Rest-Jugoslawiens international an. Dabei kam es 1999 im Zuge der Qualifikation zur EM 2000 in Belgien und den Niederlanden auch zum bisher einzigen Duell mit Kroatien. Am 18. August 1999 gab es im ersten Aufeinandertreffen in Belgrad ein torloses Remis und auch das Rückspiel am 9. Oktober in Zagreb endete mit einem 2:2-Unentschieden. Am Ende qualifizierten sich die Serben für die Endrunde und stießen bis ins Viertelfinale vor, wo sie allerdings von Gastgeber Holland mit 6:1 deklassiert wurden.

Im direkten Vergleich

12 Jahre später wurden die beiden Erzrivalen für die WM-Qualifikation 2014 in eine Gruppe gelost. Kroatien erwischte den deutlich besseren Start und liegt nach vier Gruppenspielen mit 10 Punkten punktgleich mit Tabellenführer Belgien an der Spitze. Das Team von Trainer Igor Stimac gewann beide Spiele gegen Mazedonien und setzte sich gegen Wales mit 2:0 durch. In Brüssel holten die Kroaten mit dem 1:1 einen wichtigen Punkt, während die Serben den Belgiern daheim mit 0:3 unterlagen und das Spiel in Mazedonien mit 0:1 verloren. Gegen Wales gab es zwar einen 6:1-Kantersieg aber auch in Glasgow wurden beim 0:0 in Schottland Punkte liegen gelassen.

Somit sind die Chancen von Serbien auf eine neuerliche WM-Teilnahme nach 2010 stark gesunken. In Südafrika sorgte das Team in der Vorrunden mit einem 1:0-Sieg über Deutschland für Aufsehen, schied aber nach Niederlagen gegen Ghana und Australien dennoch vorzeitig aus. In der aktuellen Weltrangliste sind die Serben derzeit nur auf Platz 35 zu finden. Prunkstück der im Umbau befindlichen Mannschaft ist die Abwehr mit dem Dortmunder Neven Subotic und Chelsea-Verteidiger Branislav Ivanovic.

Neven Subotich

Prunkstück der serbischen Abwehr: Neven Subotic vom BVB. Quelle: wikimedia.org, Author Biso

 

Vor allem in der Offensive ist Kroatien – das in der Weltrangliste auf Rang neun liegt – deutlich besser aufgestellt. Allen voran mit Spielmacher Luka Modric von Real Madrid. Im Angriff sind Bayern-Stürmer Mario Mandzukic und Everton-Striker Nikica Jelavic stets für Tore gut. Dazu gibt es mit dem Wolfsburger Ivica Olic und Eduardo weitere gefährliche Alternativen.

Die internationalen Wettanbieter sind sich einig. Bei einem Heimsieg der Kroaten kann man mit Fußballwetten bei den meisten Anbietern nahezu einheitlich mit dem 1,7-fachen Wetteinsatz rechnen. Dagegen wäre ein Sieg der Serben das 4,7 bis 5,5-fache Geld wert. Die Quoten für ein Unentschieden liegen zwischen 3,45 und 3,7.

Während das kommende Bundesliga-Wochenende ganz im Zeichen des Revierderbys steht, werfen auch in der Zweiten Bundesliga zwei Prestigeduelle ihre Schatten voraus. So geht es bereits am Samstagmittag im Berlin-Brandenburg-Derby um die Frage, wer sich derzeit als beste Mannschaft des Ostens rühmen kann: Für die noch etwas größeren Emotionen dürfte dann jedoch 24 Stunden später der sächsische Abstiegsknaller zwischen Aue und Dresden sorgen.

Erzgebirge Aue – Dynamo Dresden

Für Feuer ist in jedem Falle in beiden Derby gesorgt; da sich die jeweiligen Duellanten nämlich in unmittelbarer tabellarischer Nachbarschaft befinden, arten die Partien schließlich gleich noch zu klassischen Sechs-Punkte-Spielen aus. Besonders wichtig sind solche Zähler bekanntermaßen dann, wenn es ans Eingemachte geht: Und wann dürfte eine solche Zuspitzung angemessener als beim verzweifelten Kampf um den Klassenerhalt sein?

Gegenwärtig werden sowohl in Aue als auch in Dresden die Blicke sorgenvoll nach unten gerichtet – gute Augen brauchen derzeit nämlich beide Mannschaften nicht, um das Tabellenende zu erspähen. Während die Dynamos momentan den Relegationsplatz zur dritten Liga belegen, finden sich die Veilchen nur einen Rang darüber ein: Lediglich das etwas bessere Torverhältnis verschafft den Erzgebirglern derzeit noch etwas Luft.

Das selbige jedoch insbesondere bei den Hausherren zuletzt immer dünner wurde, ist auf die katastrophale Bilanz seit der Winterpause zurückzuführen; in den fünf Partien des neuen Jahres hat Aue gerade einmal ein schmeichelhaftes Unentschieden gegen den VfR Aalen zustande gebracht. Hatte das Team bei der unglücklichen Auftaktniederlage in Köln noch weitestgehend zu gefallen gewusst, brach es in der Folge unerklärlicherweise gänzlich ein: Den vorläufigen Tiefpunkt lieferten die Veilchen bei der vorwöchigen 0:3-Niederlage bei den Eisernen in der Hauptstadt ab.

Spätestens seit diesem sportlichen Offenbarungseid ist die schöne Fußballwelt in Aue aus den Fugen geraten; als erste Maßnahme zur Krisenbewältigung wurde am Montag Sportdirektor Steffen Heidrich der Stuhl vor die Tür gestellt. Dass die Trennung tatsächlich – wie verlautbart – „im beiderseitigen Einvernehmen“ erfolgte, darf dabei getrost als Euphemismus gewertet werden: Nicht nur Pessimisten unken bereits, dass der Vorstand bereits an ähnlichen Formulierungen für den auf der Kippe stehenden Trainer feilt.


Panoramablick über das Sparkassen-Erzgebirgsstadion (c) DorNilo wikipedia.de

Die Gäste haben den entsprechenden Umbruch dagegen bereits zur Winterpause gewagt; reichlich überraschend wurde mit Peter Pacult ein Coach an die Elbe gelost, der mit den Schwarz-Gelben schon einmal in die 3. Liga abgestiegen ist. Die ausgesprochen mutige Personalie hat sich bislang jedoch als Glücksgriff erwiesen: Allein aus den letzten drei Partien nahmen die Dresdener sieben Zähler mit – und zogen dabei zuletzt sogar reichlich überraschend den nur wenig geschätzten „Preußen“ von der Hertha die Ohren lang.

Somit würde es nicht überraschen, wenn die Dresdner nun auch im Erzgebirgsstadion über Oberwasser verfügen; dass zudem auch an der Unterstützung tausender mitreisender Anhänger kein Mangel besteht, ist dagegen kurioserweise auf das Eingreifen der Gastgeber zurückzuführen. Hatten sich die Gäste nämlich aufgrund des zuletzt immer wieder zu beklagenden Fehlverhaltens einiger Fans für eine interne Auswärtssperre für das Derby entschieden, brachte Aue dennoch reichlich Karten in der Landeshauptstadt auf den Markt: Als Optimisten hoffen wir einfach mal darauf, dass diese Maßnahme nun vor allem einer tollen Stimmung im Stadion zuträglich ist.

Energie Cottbus – Union Berlin

Vergleichsweise freundschaftlich kündigt sich dagegen das samstägliche Derby in Cottbus an – und dies ist sicherlich nicht allein darauf zurückzuführen, dass man sich dann im Stadion der Freundschaft zum Berlin-Brandenburg-Derby trifft. Da sich die Wege der beiden Mannschaften sowohl zu DDR-Zeiten als auch nach der Wende zunächst nur sehr sporadisch kreuzten, begreifen es zumindest die Gäste noch immer als Glück, dass man sich nun in der 2. Bundesliga messen kann: Noch ist es schließlich gar nicht so lange her, dass es die Eisernen an gleicher Stelle mit der 2. Vertretung von Energie zu tun bekamen.

Auch die jüngeren Derby-Erfahrungen sind nicht unbedingt geeignet, das Blut unnötig in Wallung zu bringen: Immerhin taten sich die Unioner erst im Vorjahr als nützlicher Helfer der Cottbuser hervor. Am letzten Spieltag wurde von den Gastgebern damals unbedingt ein Sieg gebraucht, um dem bitteren Gang in die dritte Liga noch aus dem Wege zu gehen. Da es für die Köpenicker ohnehin nur noch um die goldene Ananas ging, „handelten“ beide Mannschaften letztlich einen 2:1-Sieg des ehemaligen Bundesligisten aus.

Auch wenn sich die Hauptstädter damals gewiss keiner Wettbewerbsverzerrung schuldig machten, haben die Unioner spätestens seit diesem Tage einen Stein bei Energie im Brett. Wie den Ankündigungen der Cottbuser Ultras zu entnehmen war, wurde bei den Gastgebern deshalb bereits zu Pinsel und Farbe gegriffen, um den Gästen per Riesenbanner einen besonders warmen Empfang zu bereiten. Angesichts solcher Verbrüderungsszenen könnte dann fast schon in Vergessenheit geraten, dass es in der Lausitz auch sportlich um etwas geht: Immerhin haben derzeit noch beide Mannschaften das Potential, sich im Kampf um den Relegationsplatz nachdrücklich zu Wort zu melden.

Gegenwärtig liegen Cottbus und Union gleichermaßen lediglich fünf Zähler hinter dem 1. FC Kaiserslautern zurück; der Gewinner des Derbys könnte den Druck auf die roten Teufel folglich noch einmal ganz gewaltig erhöhen. Immerhin haben die beiden Verfolger bereits den letzten Spieltag zum Beginn der Aufholjagd genutzt: Während die Köpenicker Erzgebirge Aue mit einem deutlichen 3:0 aus dem Stadion schossen, fuhren die Lausitzer dank des 1:0-Erfolges in Paderborn erstmals seit acht Partien wieder die volle Punktausbeute ein.

Die bisherige Bilanz beider Mannschaft lässt nun jedoch eigentlich nur auf einen Sieg von Cottbus schließen; in den zuvor ausgetragenen Derbys hatte nämlich fast immer der jeweilige Gastgeber die Hosen an. Auch die Eisernen kamen bei ihren vier absolvierten Abstechern nicht über ein mageres Remis hinaus – folglich ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass sich das Team von Uwe Neuhaus mit einer weiteren Niederlage für die freundliche Begrüßung der Gastgeber bedankt.

Category: Borussia Dortmund,Derbys Deutschland,Schalke 04 – Author: admin – 8:23 pm

Zum 142. Mal kommt es am Samstag in Gelsenkirchen zum großen Revier-Derby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund. In dieser Zahl sind alle Bewerbspiele der beiden Kontrahenten seit den ersten Aufeinandertreffen in den 1920er-Jahren enthalten. Aufgrund der deutlichen Überlegenheit der Schalker in der 1930er –und 1940er-Jahren liegen die Königsblauen in dieser Gesamtstatistik mit 56:48-Siegen voran.

Etwas anders sieht die Bilanz seit Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 aus. Vor dem 82. Meisterschaftsspiel sind die Borussen knapp mit 29:28-Siegen im Vorteil, 24 Mal gab es ein Unentschieden.

Aufkeimende Rivalität in der Nachkriegszeit

Im Vergleich mit anderen klassischen Derbys wie dem Glasgower „Old Firm“, dem „El Clasico“ oder auch den Stadt-Derbys in München, Mailand oder Wien – handelt es sich beim Revier-Derby um eine relativ junge Rivalität, die sich erst nach Kriegsende entwickelte, als die Dortmunder 1947 erstmals westfälischer Meister wurden und damit in Konkurrenz mit den bis dahin dominierenden Schalkern traten.

Ein weiterer Unterschied zu anderen Derbys besteht darin, dass sich die Rivalität der beiden Vereine nicht auf der unterschiedlichen sozialen Herkunft oder auf religiöse Anschauungsunterschiede begründet. Beide Klubs entstanden in den jeweiligen Arbeitervierteln der Region und berufen sich auch heute noch auf diese Wurzeln, die auch den Spielstil der Mannschaft prägen – wenngleich sich das Publikum mittlerweile aus allen Schichten der Gesellschaft zusammensetzt.

Aufstieg in den Fußball-Olymp

Ab den 1990er-Jahren begann Borussia Dortmund – was die Erfolge betrifft – den Rivalen aus Gelsenkirchen zu überholen. Die deutschen Meistertitel in den Jahren 1995 und 1996 wurden ein Jahr später mit dem Gewinn der Champions League gekrönt – wobei Schalke im gleichen Jahr mit dem Sieg im UEFA-Pokal ebenfalls den größten Erfolg auf internationaler Ebene einfuhr. Der „Ruhrpott“ wurde hiermit gleichsam zum Fußball-Mittelpunkt Europas.

Auf nationaler Ebene warten die Königsblauen allerdings bereits seit 1958 – als der österreichische Trainer Edi Frühwirth die Schalker im Finale um die deutsche Meisterschaft zu einem 3:0-Sieg über den Hamburger SV führte – auf einen Meistertitel. Der unglückliche Verlust des Titelgewinns in letzter Sekunde im Jahr 2001 schmerzt den „Meister der Herzen“ bis heute.

Schwere Zeiten für Blau-Weiß

Umso bitterer war es für die Knappen, miterleben zu müssen, wie der schwarz-gelbe Rivale in den Jahren 2011 und 2012 erneut den Titel einfuhr und damit mit insgesamt acht Titelgewinnen auch in dieser Wertung Schalke (7 Mal deutscher Meister) überholte. Den dritten Titel in Folge wird es für den BVB allerdings nicht geben, zu souverän präsentieren sich in dieser Saison die Münchener Bayern.

Ursprünglich glaubten die Königsblauen zu Saisonbeginn in diesem Jahr die Wende einleiten zu können. Vor allem der 2:1-Sieg im Dortmunder Signal-Iduna-Park am 20. Oktober 2012 ließ die Schalker frohlocken. Allerdings stellte sich bald die Ernüchterung ein, nachdem im Herbst sechs Spiele in Folge kein Sieg zu bejubeln war. Auch nach der Ablöse von Trainer Huub Stevens durch Jens Keller ging es eher weiter bergab, ehe die Formkurve nach zwei Siegen über Düsseldorf und in Wolfsburg wieder nach oben zeigt.

Der Ruhrpott in der Champions League

Gerade zum richtigen Zeitpunkt vor dem prestigeträchtigen Heimspiel gegen die Dortmunder, die ihrerseits die 1:2-Heimniederlage vom letzten Oktober nicht auf sich sitzen lassen wollen. Die letzten zwei Gastspiele in der Schalke-Arena konnten die Schwarz-Gelben – mit 3:1 bzw. 2:1 erfolgreich gestalten.

Was beide Vereine in dieser Saison bisher auszeichnet, ist das souveräne Abschneiden auf internationaler Ebene. Sowohl Dortmund als auch Schalke sind in der Champions League noch unbesiegt. Dortmund steht bereits im Viertelfinale und auch Schalke hat gute Aussichten in die Runde der letzten Acht einzuziehen – womit das Revier-Derby erneut dem Prädikat eines europäischen Spitzenspiels gerecht wird.

schalke dortmund wetten

(Abbildung oben: Übersicht und Vergleich Oddset Quoten zum Derby Schalke – Dortmund)

Bei einem Rundblick auf die aktuellen Oddset Wetten zum 142. Revier Derby wird den Gästen die Favoritenrolle eingeräumt. Bei einem Sieg des BVB wird das bis zu 2,2-fache des Wetteinsatzes ausbezahlt, während ein Tipp auf einen Sieg der Schalker das bis zu 3,6-fache wert ist. Ähnlich verhält es sich mit der Quote bei einem Unentschieden, die sich zwischen 3,3 und 3,6 bewegt.

Category: Derbys Deutschland,Preußen Münster,VfL Osnabrück – Author: admin – 1:26 pm

Für eines der hierzulande seit Jahrzehnten am erbittertsten geführten Derbys, muss man sich bis in die Niederungen der Drittklassigkeit begeben: Wenn es zwischen Preußen Münster und dem VfL Osnabrück zum sportlichen Schlagabtausch kommt, herrscht sowohl auf dem Platz als auch auf den stets vollbesetzten Rängen regelmäßig der absolute Ausnahmezustand. An diesem Samstag ist es nun wieder einmal soweit: Dass es im Preußenstadion dann gleich für beide Mannschaften um ganz wichtige Punkte im Kampf um den Aufstieg geht, dürfte dem Traditionsduell noch ein bisschen zusätzliche Brisanz verleihen.

Die Lila-Weißen reisen am Wochenende als Tabellenführer zum Top-Duell nach Münster an; war die Mannschaft von Pele Wollitz nach der Winterpause durch die Niederlagen gegen Karlsruhe und Erfurt kurzzeitig aus dem Takt geraten, kämpfte sie sich zuletzt mit drei Siegen in Folge rasch in die Spur zurück. Der Punktestand der Preußen weist dagegen zwar sechs Zähler weniger aus; da die Gastgeber jedoch bislang ein Pflichtspiel weniger absolvierten, gelänge es ihnen mit einem Dreier nun dennoch, zumindest virtuell mit dem Spitzenreiter gleichzuziehen.

Finanzkrise macht den Gästen zu schaffen

Mit dem größeren Druck hat dennoch zweifelsohne der VfL zu kämpfen; jahrelanges Missmanagement und der Absturz in die finanziell selbstmörderische 3. Bundesliga haben den Verein mittlerweile an den Rand des Ruins gebracht. Zwar sprang die Stadt dem Verein erst im Dezember mit einer 3,6-Millionen-Euro-Spitze hilfreich zur Seite und verhinderte damit zunächst einmal die Insolvenz, da sich der Schuldenstand aber auf über 9 Millionen Euro beläuft, drohen im Falle eines verpassten Aufstieges dennoch sehr bald die Lichter in der onsatel-Arena auszugehen.

Dem Bundesliga-Gründungsmitglied aus Münster bietet sich die Aufstiegschance dagegen reichlich unverhofft; immerhin wurde von den Preußen noch vor knapp zwei Jahren in der Regionalliga gekickt. Unter dem erfahrenen Pawel Dotschew ist die Mannschaft nun aber doch in Windeseile zu einem ernstzunehmenden Aufstiegsanwärter gereift: Dank einer richtig starken Saison kehren die Westfalen möglicherweise schon bald erstmals seit 22 Jahren in das deutsche Bundesliga-Unterhaus zurück.

Neckereien erhalten die „Freundschaft“

Auf die einstigen Duelle in der 2. Bundesliga ist auch die große Rivalität der beiden Vereine zurückzuführen; gleichfalls brach sich die bis heute gepflegte Abneigung der Anhänger schon in den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts ihre Bahn. In jenen Zeiten begann die Tradition, in Nacht-und-Nebel die Spielstätte des jeweiligen Kontrahenten aufzusuchen: Nachdem Fans der Preußen im Jahr 1977 die Torpfosten an der Bremer Brücke in ihren grün-weißen Klubfarben verzierten, wurde die Osnabrücker Spielstätte auch zwei Jahre später noch einmal von ungebetenem Besuch aufgesucht – mithilfe von Unkrautvernichtungsmitteln wurde damals der Schriftzug „SCP“ in den heiligen Rasen der Niedersachsen geätzt.

Mit derartigen „Streichen“ halten die beiden Fanlager bis in die Gegenwart ihre wechselseitige Abneigung hoch; so gelang es Anhängern des VfL erst vor vier Jahren, etliche Sitze der nagelneuen Tribüne des Rivalen noch vor der Eröffnung in Lila-Weiß zu verzieren. Deutlich weniger harmlos ging es dann jedoch zu, als man sich im September 2011 endlich auch sportlich wiedertraf – besonders ein damaliges Vorkommnis hat dafür gesorgt, dass das Derby für sehr lange Zeit seine Unschuld verlor.

Das Derby wird zum Hochsicherheitsspiel

Ein aus dem Gäste-Fanblock geworfener Sprengsatz hatte vor Beginn des Duelle zu teils erheblichen Verletzungen bei 33 Personen geführt; die Explosion im Spielertunnel sorgte dafür, dass sich die Wirkung des umgebauten Böllers in erheblicher Weise verstärkte. Der rasch ermittelte Täter wurde in einem ersten Prozess zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt; während jedoch der Rechtsstreit noch nicht einmal endgültig abgeschlossen ist, wird bereits gefürchtet, dass einige Unverbesserliche noch immer nicht zur Vernunft gekommen sind.

Die 15.000 Anhänger – darunter etwa 3.000 Gäste aus Osnabrück – werden deshalb mit erheblichen Einschränkungen leben müssen; der Sicherheit aller Beteiligten wird naturgemäß auch in Münster die oberste Priorität eingeräumt. Gerade deshalb ist jedoch davon auszugehen, dass im Nachhinein allein das sportliche Geschehen auf dem Rasen für Gesprächsstoff sorgt: Auch auswärtige Fußballfans können das Match am Sonnabend per ARD-Livestream in voller Länge verfolgen.