Archive for April, 2013

Category: Derbys Italien – Author: admin – 9:57 am

Zum 186. Mal in einem Bewerbspiel treffen am Sonntag der FC Turin und Juventus im „Derby di Torino“ bzw. „Derby della Mole“ aufeinander. In der Serie A gab es bisher 135 Begegnungen, in denen Juventus nach Siegen mit 60:34 voran liegt. 41 Mal gab es ein Unentschieden.

In den 1970er- und 1980er-Jahren war das Turiner Derby in Italien von sehr hohem Stellenwert und noch stets besonders hart umkämpft, wenn auch schon damals die Schwarz-Weißen zumeist als das erfolgreichere Team aus den Auseinandersetzungen hervorgingen. Seit damals wurde die Dominanz der „Alten Dame“ aber noch deutlicher. So wartet der FC Turin bereits seit dem 2:1-Erfolg am 9. April 1995 auf einen Derbysieg.

Im Jahr darauf stiegen die „I Granata“ ab und gerieten in der Folge auch in wirtschaftliche Turbulenzen. Im Jahr 2005 – fast 100 Jahre nach der Klubgründung – musste der Verein Insolvenz anmelden. Der neu gegründete „FC Turin“ trat an die Stelle des „AC Turin“.

Die Superga-Tragödie

Dieser hatte seine erfolgreichste Zeit in der Zeit zwischen 1942 und 1949, in der die Mannschaft fünf von insgesamt sieben italienischen Meistertiteln des Klubs fixierte. Diese größe Ära der „Grande Torino“ ging am 4. Mai 1949 jäh zu Ende. Bei einem Flugzeugabsturz, der „Tragödie von Superga“, kam fast die gesamte Mannschaft ums Leben.

An die Erfolge von damals konnte der Verein nie wieder anschließen. In der Saison 1975/76 gewann der AC Turin noch einmal den Meistertitel. Drei Mal siegte man in der „Coppa Italia“ und in der Saison 1991/92 drang man bis ins Finale des UEFA-Pokals vor und scheiterte dort erst an Ajax Amsterdam.

Juve an der Spitze Europas

In Turin galt der FC Turin lange Zeit als die populärere Mannschaft. Durch die vielen Erfolge lief Juventus in den letzten Jahrzehnten aber dem Stadtrivalen den Rang ab. Eine Parallele zu München, wo im Laufe der Zeit die “Löwen” vom TSV 1860 auch vom weitaus erfolgreicheren FC Bayern in den Schatten gestellt wurden.

Juventus wurde 1897 gegründet und holte bereits 1905 den ersten nationalen Meistertitel. Die großen Erfolge kamen für „Juve“ aber mit dem Einstieg des Agnellli-Clans in den 1920er-Jahren. Von 1931 bis 1935 holten die „Zebras“ fünf Titel in Folge. Ab den 1970er-Jahren kamen zu den nationalen auch die großen internationalen Erfolge. Mit insgesamt sechs Europacup-Titeln – darunter auch zwei Mal die Champions League (bzw. „Europapokal der Landemeister“) gehört Juventus zu den erfolgreichsten Klubs der Welt. Nur Real Madrid und der FC Barcelona (je 11), der AC Mailand (9) und der FC Liverpool (8) holten mehr Europacup-Titel als die Turiner.

Vor dem 29. Scudetto

In der laufenden Saison steuert Juventus auf eine erfolgreiche Titelverteidigung und damit den 29. Meistertitel der Klubgeschichte zu. Am vergangenen Sonntag behaupteten die Schwarz-Weißen mit einem 1:0-Sieg in der Juventus-Arena über den AC Mailand den 11-Punkte-Vorsprung in der Tabelle. Mit einem Sieg im Stadtderby könnte bereits an diesem Wochenende der Meistertitel fixiert werden – falls der nächste Verfolger Neapel im Spiel am Samstag bei Schlusslicht Pescara Punkte lassen sollte. Aber selbst wenn die Entscheidung noch um eine Woche vertagt werden sollte, gibt es keine Zweifel am erneuten Titelgewinn.

Der FC Turin hat keines der letzten vier Saisonspiele gewonnen, nur beim 2:2 in Bologna gab es einen Punktegewinn. Gegen den SSC Neapel (3:5) und am vergangenen Wochenende beim AC Florenz (3:4) gab es zuletzt torreiche Niederlagen. Im Falle einer Derby-Niederlage könnte der Aufsteiger noch einmal in Abstiegsnöte geraten. Als Tabellen-Sechzehnter beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze fünf Spieltage vor Schluss sieben Punkte.

Aus Sicht der internationalen Wettanbieter ist die Favoritenrolle auch diesmal klar verteilt. Während für einen Sieg von Juventus der 1,7-fache Wetteinsatz ausbezahlt wird (Bestquote Stand 26.4. beim Anbieter Tipico, ohne Wettsteuer), könnte man sich im Falle eines Außenseitersieges des FC Turin über das 5,5 bis 6-fache des eingesetzten Kapitals freuen. Bei einem Unentschieden springt schließlich eine Wettquote von rund 3,5 heraus.

Category: Derbys Spanien – Author: admin – 9:39 am

Der landläufigen Meinung, dass letztlich die Clásicos zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona über das Gelingen einer Saison entscheiden, wird zumindest in der spanischen Hauptstadt nur bedingt gefolgt: Für zahlreiche Anhänger der beiden ansässigen Top-Klubs stellt schließlich noch immer ein Sieg im lokalen Derby das Höchste der Gefühle dar. Zwar hat das traditionsreiche Duell im vergangenen Jahrzehnt darunter gelitten, dass die „Colchoneros“ stets chancenlos waren – in dieser Spielzeit könnte der ewige Underdog den Königlichen nun jedoch gleich in mehreren Wettbewerben die Vorherrschaft streitig machen.

Vor dem samstäglichen Aufeinandertreffen liegt Atletico in der Primera Division nämlich gerade einmal drei Zähler hinter Real zurück; im Falle eines Sieges im heimischen Estadio Vincente Calderón, wäre der Kampf um die Vize-Meisterschaft entsprechend gänzlich neu entflammt. Dennoch kommt dieser Partie lediglich der Charakter einer Generalprobe zu: Schließlich wird es erst so richtig ernst, wenn sich die beiden Vereine dann am 17. Mai im nationalen Pokalfinale gegenüberstehen.

Kopf-an-Kopf-Rennen in der Liga und dem Pokal

Dass das Endspiel um die Copa del Rey dann ausgerechnet im „Real-Tempel“ Estadio Santiago Bernabéu über die Bühne geht, muss nach der Überzeugung der geschichtsgläubigen Anhänger der Rot-Weißen noch nicht einmal ein schlechtes Omen sein: In der anekdotenreichen Historie des städtischen Derby haben schließlich vor allem die Pokalendspiele in der Arena des großen Rivalen für die seltenen Lichtblicke gesorgt. Während das einzige vor heimischer Kulisse ausgetragene Endspiel erwartungsgemäß verlorenging (1975), hielt Atletico nach den drei Partien im Bernabéu stets aufs Neue den begehrten Cup in der Hand (1960, 1961, 1992).

Mit Blick auf die Gesamtbilanz muss es allerdings schon beinahe als schlechter Witz erscheinen, dass die Copa nach den finalen Derbys mehrheitlich in den Süden der Hauptstadt ging: Dass Real als Weltmacht des Fußballs gilt, schlägt ansonsten nämlich auch in den regelmäßigen Vergleichen mit Atletico überdeutlich durch. Konnte das weiße Ballett in den bisherigen 151 Duellen stolze 81 Siege verbuchen, entschied Atletico lediglich 35 Matches für sich – und der letzte dieser Triumphe liegt mittlerweile schon unfassbare 14 lange Jahre zurück.

Der Koloss Real scheint unbezwingbar

Im neuen Jahrtausend war der Mannschaft von Diego Simeone folglich noch kein einziger Sieg im Derby vergönnt – dabei wurden seit dem Wiederaufstieg Atleticos im Jahre 2002 schon ganze 21 Mal die Klingen gekreuzt. Mit 16 Siegen und fünf Unentschieden unterstrichen die Königlichen hier regelmäßig ihre Dominanz: Und ähnlich wie in den erwähnten Pokalendspielen, schlug Real auch hier auf dem Platz des Gegners stets besonders unbarmherzig zu. Doch obwohl den letzten zehn Heimspielen der Colchoneros nur ein mageres Unentschieden entsprungen ist, übt sich das Team vor der anstehenden Neuauflage in ungewohnter Zuversicht – und wohl niemanden dürfte es weiter verwundern, dass daran auch Borussia Dortmund einen entscheidenden Anteil hat.

Der Umstand, dass das Derbi madrileno dieses Mal nämlich nur die Wartezeit auf das Rückspiel im Champions-League-Halbfinale verkürzt, dürfte entscheidenden Einfluss auf die Startaufstellung der Gäste nehmen: Auch wenn sich Real nach dem Debakel im Signal-Iduna-Park nun gewiss nicht auch noch die Blöße eines verlorenen Derbys geben möchte, hat Jose Mourinho dennoch vor allem ein Fußball-Wunder am kommenden Dienstagabend im Blick. Um die benötigte Aufholjagd dann mit halbwegs frischen Kräften in Angriff nehmen zu können, wird am Wochenende mit Sicherheit so mancher Leistungsträger auf der Ersatzbank zu finden sein.

Die Wettanbieter erwarten ein völlig offenes Derby

Dennoch darf natürlich mit Spannung erwartet werden, wie sich das weiße Ballett nach der 1:4-Pleite in Dortmund präsentiert: Immerhin sollte es zum Standardrepertoire einer jeden Spitzenmannschaft gehören, dass sie auf eine herbe Enttäuschung eine angemessene Trotzreaktion folgen lässt. Gerade auch für die Stimmung im Umfeld könte es von enormer Bedeutung sein, dass das Starensemble ein erkennbares Lebenszeichen zeigt: Wenn in wenigen Tagen der vorjährige deutsche Meister kommt, wird Real mehr denn je auf die Unterstützung der eigenen Anhänger angewiesen sein.

Doch wenngleich die Königlichen am Samstagabend verlorengegangenen Kredit zurückgewinnen möchten, wird bei Atletico verständlicherweise auf einen gleichermaßen angeschlagenen wie abgelenkten Gegner gehofft. Nicht zuletzt dank der ausgeglichenen Quoten der Wettanbieter, ist bei den Hausherren unverhohlene Zuversicht zu spüren – und sollte die Partie letztlich doch in den gewohnten Bahnen verlaufen, werden die Karten dann vielleicht ja im Copa del Rey neu gemischt.

Category: 1. FC Nürnberg,Derbys Deutschland,SpVgg Fürth – Author: admin – 4:39 pm

Erstmals seit 49 Jahren findet am späten Sonntagnachmittag ein erstklassiges Frankenderby in Nürnberg statt – auch wenn man beim Club und in Fürth wohl gewiss nicht noch einmal derart lange auf eine Neuauflage des Klassikers warten muss, wird dieses Aufeinandertreffen doch zumindest in näherer Zukunft nicht mehr in der Bundesliga zu sehen sein. Die Kleeblätter haben in ihrer Premierensaison bekanntermaßen ein echtes Seuchen-Jahr erwischt: Wenn es für die Mannschaft von Frank Kramer so richtig bitter kommt, könnte der Abstieg nun ausgerechnet in der Grundig Arena besiegelt werden.

Es war einmal…

Doch wie immer, wenn es zwischen den beiden fränkischen Rivalen zur Sache geht, wird auch dieses Mal die eher triste Gegenwart von der glorreichen Vergangenheit beiseite gewischt, in der die Teams aus Nürnberg und Fürth gemeinschaftlich die Speerspitze des deutschen Fußballs bildeten. So konnten die beiden Klubs etwa in den 1920er Jahren schon einmal im Alleingang die deutsche Nationalmannschaft bestückt – entsprechend wurde auch die Meisterschaft in jener glorreichen Zeit regelmäßig untereinander ausgespielt.

Die häufigen Duelle in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts sind auch maßgeblich dafür verantwortlich, dass das Prestigeduell der unmittelbar aneinandergrenzenden Städte das meistgespielte Derby in Deutschland ist. Mittlerweile blicken die Teams aus Nürnberg und Fürth auf sagenhafte 255 Vergleiche zurück, in denen der Club mit 137 Siegen deutlich häufiger die Oberhand behielt.

Die bislang letzte Partie beider Mannschaften hat sich allerdings nur eine untergeordnete Position in der ereignisreichen Geschichte des Derby verdient – dabei waren die ewigen Kontrahenten hier erstmals in der Bundesliga aufeinandergetroffen. Beim torlosen Remis im Hinspiel wurden jedoch beide Parteien sichtlich von ihrer damals kritischen tabellarischen Situation gehemmt: Nicht zuletzt weisen zwei Platzverweise das Match am Ronhof im Nachhinein als dreckiges Kampfspiel aus.

Nürnberg bleibt vorerst die fränkische Nummer 1

Hatten sich im vergangenen Herbst jedoch noch beide Klubs mit Abstiegssorgen herumplagen müssen, konnten sich in der Zwischenzeit wenigstens die Nürnberger aus ihrer kritischen Situation befreien. Unter dem in der Winterpause verpflichteten Hecking-Nachfolger Michael Wiesinger, legte der FCN in der Rückserie eine stolze Serie hin und kämpfte sich zwischenzeitlich sogar an die europäischen Startplätze heran.

Am vergangenen Wochenende hat der Club diesbezüglich allerdings einen herben Dämpfer erhalten; beim bayrisch-fränkischen Derby in der Allianz Arena wurde den Nürnbergern von einer B-Elf der Bayern eine ordentliche Abreibung verpasst. Die letztlich mitbekommene 0:4-Klatsche hatte eine Serie von neun Spielen ohne jede Niederlage mit einem schmerzhaften Paukenschlag zu Ende gehen lassen – angesichts dieser Packung könnte es sich nun jedoch als Glücksfall erweisen, dass sich der Gastgeber schon an diesem Wochenende im Duell der beiden Nachbarn rehabilitieren kann.

Dennoch sind es natürlich vor allem die Gäste, die im Derby etwas gutzumachen haben; schließlich hat auch die Spielvereinigung erst vor wenigen Tagen mächtig Prügel gekriegt. Im heimischen Stadion musste sich Fürth den Dortmunder Borussen mit 1:6 geschlagen geben; die bislang höchste Niederlage der kurzen Bundesliga-Geschichte hat dabei allerdings nur für einen weiteren Tiefpunkt in einem ganz düsteren Jahr der Kleeblätter gesorgt.

Da der eigenen Anhängerschaft ein Sieg über die Clubberer jedoch über fast alles geht, könnte der Abstecher in die Eliteliga für die Gäste nun doch noch ein versöhnliches Ende nehmen: In den anstehenden 90 Minuten würde Fürth mit einem erfolgreichen Auftritt bereits einen großen Teil des verlorengegangenen Kredits zurückgewinnen. Da das Team in der laufenden Spielzeit gerade einmal zwei Partien gewonnen hat, scheinen die Aussichten auf einen Dreier zwar alles andere als gut zu stehen – doch nicht von ungefähr predigen wir Woche für Woche, dass ein Derby seine eigenen Gesetze hat.

Category: Derbys Österreich – Author: admin – 10:43 am

Am Sonntag, den 21. April 2013 kreuzen die Wiener Vereine Austria und Rapid zum insgesamt 305. Mal in einem Bewerbspiel die Klingen. In einem Meisterschaftsspiel ist es das 273. Aufeinandertreffen, wobei Rapid in der Gesamtbilanz mit 113:94-Siegen voran liegt.

In der jüngeren Vergangenheit hatten die Grün-Weißen aber nichts zu jubeln. Seit acht Derbys wartet der österreichische Rekordmeister auf einen Sieg gegen den Stadtrivalen. Auch in den bisherigen drei Begegnungen in der laufenden Saison jubelten ausschließlich die Austria-Fans. Mit einem weiteren Sieg würde der Tabellenführer einen weiteren großen Schritt zum ersten Meistertitel seit 2006 machen. Derzeit liegt die Mannschaft von Trainer Peter Stöger in der Tabelle acht Punkte vor Red Bull Salzburg.

Rapid in der Krise

Ein weiterer Derby-Sieg der Austria würde zudem  eine Premiere bedeuten. Noch nie gelang es einem der beiden Wiener Teams seit Einführung der Zehnerliga in der Saison 1974/75 alle vier Meisterschafts-Derbys in einer Saison für sich zu entscheiden. Die Violetten stehen nun kurz davor, zumal Rapid sich derzeit in einer der schwersten Krisen der letzten Jahre befindet.

So blieben die Grün-Weißen in der Rückrunde der Meisterschaft zunächst neun Spiele in Folge sieglos – damit wurde der Negativ-Rekord aus dem Jahr 1988 eingestellt. Mit dem Unterschied, dass die Wiener damals trotz dieser schwarzen Serie überlegen den Meistertitel holten. Von diesem Ziel ist die Mannschaft derzeit meilenwert entfernt. Aber als Tabellen-Dritter ist zumindest der Startplatz für die Europa League weiterhin ein Thema.

Das Schlimmste schien bereits überwunden, als die Hütteldorfer am vergangenen Wochenende mit einem 2:0-Heimerfolg über den SC Wiener Neustadt den ersten Sieg im Kalenderjahr 2013 holten. Aber wenige Tage später blamierte sich die Mannschaft mit dem Cup-Aus im Heimspiel gegen den Regionalligisten Pasching bis auf die Knochen. Trainer Peter Schöttel wurde am Tag darauf von seinen Aufgaben entbunden, nachdem bereits zuvor die Fan-Proteste – die beim Spiel gegen Wr. Neustadt mit einem Protestmarsch während der 1. Hälfte ihren vorläufigen Höhepunkt fanden –  immer heftiger wurden. Nun soll der bisherige Amateure-Coach Zoran Barisic – der die Mannschaft bereits 2011 nach dem Abgang von Peter Pacult für einige Spiele betreute – das Traineramt übernehmen.

Austria in der Favoritenrolle

Dagegen nehmen sich die Probleme der Austria sehr bescheiden aus. Zwar konnten sich auch die Violetten in den letzten fünf Meisterschaftsspielen nur ein Mal über einen vollen Erfolg freuen. Aber selbst nach der 0:4-Pleite im Heimspiel gegen Aufsteiger Wolfsberg wurde die Mannschaft umjubelt. Man ist in Wien-Favoriten zuversichtlich, den Vorsprung in den verbleibenden sieben Spielen nicht mehr aus der Hand zu geben.

Ist in einem Wiener Derby sonst oft nur schwer ein Favorit auszumachen, so sind sich die Fußball Wettanbieter diesmal darin einig, dass der Austria die größeren Chancen zugebilligt werden. Für einen Heimsieg der Violetten belaufen sich die Quoten auf das 1,8 bis, 1,9-fache des Wetteinsatzes, während man sich bei einem Rapid-Sieg auf einen 3,8 bis 4,3-fachen Gewinn freuen kann. Bei einem Unentschieden winkt in den meisten Fällen etwa das 3,5 fache des Einsatzes.

Category: Derbys Großbritannien – Author: admin – 10:50 am

Schon seit 1881 wird von den beiden großen Klubs aus Manchester regelmäßig um die sportliche Vorherrschaft gerungen – vor reichlich 130 Jahren traten allerdings noch die jeweiligen Vorläufer Newton Heath (United) und St. Marks’s (City) im Kampf um die begehrte Stadtmeisterschaft gegeneinander an. Die enorme Bedeutung des Derbys wird nicht zuletzt auch daran erkennbar, dass über die heißblütig geführten Duelle sogar ein eigenständiger Artikel auf Wikipedia zu finden ist: Am kommenden Montagabend wird der ohnehin schon endlos erscheinenden Story nun das 165. Kapitel hinzugefügt.

United war lange Zeit weit voraus

Aufgrund der wechselvollen Gesichte beider Klubs, hat auch das Derby in der Vergangenheit bereits einige Wendepunkte erlebt; zwar konnten in aller Regel die Red Devils von Manchester United das Geschehen diktieren; in den 70er-Jahren des 20. Jahrhundert wurde der Spieß von den Citizens dann aber zumindest vorübergehend umgedreht. Als der Weg von ManU nämlich kurzzeitig sogar in die zweite Liga führte, war der blaugewandete Verein die klare Nummer 1 in der Stadt – spätestens der Beginn der Ära von Alex Ferguson leitete für die Citizens dann jedoch eine bleierne Zeit des Leidens ein.

Vor allem die langjährige Existenz als Fahrstuhlmannschaft ließ den dreifachen englischen Meister auch stadtintern ins Hintertreffen geraten; seit der 13-jährigen „Epoche“ ohne einen einzigen Derbysieg vor der Jahrtausendwende, haftet den Citizens der Ruf des ewigen Underdogs im Duell der beiden Rivalen an. Für den Understatement-Charakter des Vereins konnte sich in der Folge allerdings auch jede Menge Prominenz begeistern: Von Mark E. Smith über Joy-Division-Legende Ian Curtis bis zu den Gallagher-Brüdern hatten beziehungsweise haben sich etliche Stars einen Schal von Manchester City an die Wohnzimmerwand gehängt.

Heutzutage ist der große Reiz des Manchester-Derbys jedoch auch darauf zurückzuführen, dass bei diesem Duell noch immer die weitestgehend der Vergangenheit angehörende Atmosphäre des vielerorts heißblütig geliebten englischen Fußballs zu spüren ist. Denn während sich die Premier League in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend zu einem weltweit vermarkteten Premium-Produkt verwandelte, bestimmt hier noch immer größtenteils die angestammten Anhänger das Bild. Die klassische Klientel fällt dabei allerdings nach wie vor immer einmal wieder mit Grenzüberschreitungen unangenehm auf: So warf etwa beim jüngsten Aufeinandertreffen ein erboster Citizen-Fan dem United-Spieler Rio Ferdinand beim Torjubel eine Münze an den Kopf.

Die Kräfteverhältnisse wandeln sich

Während sich manche unschöne Randerscheinungen also wohl niemals ändern werden, stellen die Vergleiche zwischen United und den Citizens in sportlicher Hinsicht mittlerweile mehr denn je den absoluten Höhepunkte des englischen Liga-Fußballs dar – noch ist es schließlich ein ganz neues Phänomen, dass die beiden Teams aus Manchester den Takt der Premier League bestimmen: Sorgte in der Vergangenheit meist das Duell zwischen großem Favorit und vermeintlich hoffnungslosen Außenseiter für den bekannten Reiz, wird im Stadtderby mittlerweile die Vorherrschaft des britischen Fußballs ausgespielt.

Wettquoten Manchester Derby

Die Wettquoten zum Manchester-Derby: United zu Hause leichter Favorit gegen City, im Stadtderby geht es mittlerweile um die Vorherrschaft im englischen Fußball. Quelle: wettfreunde.net

 

So bereiteten etwa die beiden Siege der Citizens in der zurückliegenden Saison dem ersten Meistertitel seit 44 Jahren den Weg – im Vorjahr hatte das Team von Roberto Mancini den Red Devils dabei insbesondere mit dem 6:1 in Old Trafford eine vernichtende Niederlage für die Geschichtsbücher beigebracht. In dieser Saison konnte sich die Elf von Alex Ferguson jedoch bereits mit einem späten Sieg im Etihad Stadium für die damalige Blamage revanchieren: Die Rache Uniteds wird zudem durch den Umstand komplettiert, dass das Team zum Jahressende auch in der Premier League wieder vor dem Stadtrivalen zu finden sein wird.

Acht Spieltage vor Schluss führt ManU die Tabelle der englischen Liga schließlich bereits mit einem schier uneinholbaren Vorsprung von 15 Zählern an; der FA Cup hält für den Vorjahresmeister längst die letzte Titelchance des Jahres bereit. Dass sich das Kräfteverhältnis somit zumindest vorübergehend wieder klar zu den Red Devils verschoben hat, sollte den Citizens am Montagabend jedoch nur noch ein zusätzlicher Ansporn sein, nun wenigstens im Derby wieder für Aufsehen zu sorgen.

Category: Derbys Italien – Author: admin – 7:21 pm

Am kommenden Montag findet im Römer Olympiastadion zum 140. Mal in der Serie A das „Derby della Capitale“ zwischen dem AS Rom und Lazio statt. Darüber hinaus gab es noch 17 Aufeinandertreffen in der Coppa Italia, sodass die Zahl der Römer Derbys die 150er-Marke bereits deutlich übersteigt. In der Gesamtbilanz liegt der AS Rom in der Meisterschaft mit 48:37-Siegen voran. Gleich 54 direkte Duelle endeten unentschieden.

Der AS Rom wurde 1927 als Zusammenschluss mehrerer römischer Vereine gegründet, zwei Jahre später wurde in der Saison 1929/30 die erste gesamtitalienische Meisterschaft ausgetragen, in der es auch zu den ersten Duellen mit dem bereits 1900 gegründeten Stadtrivalen Lazio kam. Der AS Rom gewann die ersten beiden Derbys mit 1:0 sowie 3:1 und es dauerte bis zum Jahr 1932, bis auch Lazio mit 2:1 den ersten Derbysieg landen konnte.

Harte Konkurrenz im eigenen Land

Was die Erfolge betrifft, so können die beiden Römer Klubs nicht mit jenen der Vereine aus Norditalien wie dem AC Mailand, Internazionale oder Juventus Turin mithalten. Insgesamt holten der AS Rom (1942, 1983 und 2011) und Lazio (1974, 2000) nur fünf Mal den italienischen Meistertitel in die Hauptstadt. Auch die internationalen Erfolge sind im Vergleich eher dünn gesät. So gewann der AS Rom 1961 den Messepokal und stand zwei Mal im Endspiel eines europäischen Wettbewerbs. 1984 verlor man im Europapokal der Meister nach Elfmeterschießen gegen den FC Liverpool, 1991 musste man sich im UEFA-Cup Inter Mailand geschlagen geben. Lazio feierte 1999 den größten Erfolg mit dem Sieg im Europapokal der Pokalsieger und dem anschließenden Gewinn des europäischen Supercups.

Die besondere Brisanz liegt in der unterschiedlichen Herkunft der beiden Klubs. Während die Wurzeln des AS Rom in den Arbeiterbezirken der Stadt liegen, ist Lazio im wohlhabenderen Teil im Norden Roms beheimatet. Die sozialen Grenzen haben sich allerdings wie in vielen anderen Städten im Laufe der Jahrzehnte verwischt. Heute wird die Rivalität vor allem von den jeweiligen Ultra-Gruppierungen geprägt, die beide als rechtsgerichtet angesehen werden. Lazio wurde national und international bereits mehrfach wegen des Verhaltens seiner Fans bestraft. So mussten die Italiener ihr letztes  Europa-League-Heimspiel wegen rassistischer Sprechchöre vor leeren Rängen ausgetragen.

Lazio zuletzt erfolgreicher

Seit 1960 werden die Derbys im für die Olympischen Spiele erbauten Olympiastadion ausgetragen, das beiden Vereinen als Heimstätte dient.

In den direkten Duellen hatte zuletzt meist Lazio das bessere Ende für sich. Die letzten drei Stadtderbys endeten allesamt mit Siegen der Adler. Der AS Rom siegte zuletzt am 13. März 2011 in einem Derby. Damals erzielte Roma-Urgestein Francesco Totti beide Tore zum 2:0-Sieg.

In der Tabelle liegen die beiden nach 30 Spieltagen unmittelbar hintereinander auf den Plätzen sechs (Lazio) und sieben (AS Rom) und auch bei den diversen Sportwetten zeichnet sich anhand der Wettquoten ein völlig ausgeglichenes Kräfteverhältnis in diesem Spiel ab. Mit einem Derbysieg könnten die Giallorossi den Stadtrivalen überholen und sich weiter Hoffnungen auf die Teilnahme an der nächstjährigen Europa League machen.

Wobei es auch im Endspiel der Coppa Italia noch einmal zu einem Römer Derby kommen könnte. Während Lazio nach einem Sieg über Juventus bereits im Finale des Pokalbewerbs steht, muss der AS Rom noch Inter aus dem Weg räumen. Im Rückspiel in Mailand haben die Römer aus dem Heimspiel einen 2:1-Vorsprung zu verteidigen.