Archive for August, 2013

Category: Derbys Deutschland,Hannover 96,VfL Wolfsburg – Author: admin – 11:44 am

Am Premieren-Spieltag der Bundesliga wird auch gleich an die Freunde des Derbys gedacht – das niedersächsische Duell in Hannover sorgt jedoch dafür, dass die Erregungskurve der Fans nach der Sommerpause zunächst einmal nur ganz behutsam nach oben steigt. Aufgrund der weitgehend fehlenden Rivalität bietet sich der Vergleich zwischen den Roten und Grünen schließlich vor allem als Testlauf für künftige Highlights an: So wird es für die 96er nämlich erst dann so richtig ernst, wenn es am 12. Spieltag zu einem Wiedersehen mit Eintracht Braunschweig kommt.

Derby-Verweigerung in Hannover

Während sich Hannover und die Löwen schon seit einem halben Jahrhundert in größtmöglicher Abneigung verbunden sind, wird dem VfL Wolfsburg nach wie vor den Rang eines ernstzunehmenden Gegners verweigert. Nicht einmal die überraschend eingeheimste Meisterschaft anno 2009 konnte etwas an dem Umstand ändern, dass dem VW-Werksklub in der Landeshauptstadt bestenfalls unterkühltes Desinteresse entgegenschlägt. Sich das Duell im nunmehr zwölften Jahr der gemeinsamen Bundesliga-Zugehörigkeit längst zum Dauerbrenner mausert, wird von den jeweiligen Fanlagern allenfalls die kurze Anreise zu den Auswärtsspielen in der Nachbarschaft geschätzt: Die Stadien der beiden Teams sind immerhin gerade einmal knappe 90 Kilometer voneinander entfernt.

Die demonstrativ gelebte Gleichgültigkeit wird somit auch an diesem Samstagnachmittag wieder deutlich machen, dass sich der Reiz eines Derbys keinesfalls aus der geringen räumlichen Entfernung ergibt: Wird eine solche Partie nämlich nicht mit den Emotionen der Zuschauer überreichlich aufgeladen, kann es am Ende tatsächlich nur noch um die gewöhnlichen drei Punkte gehen. Da nach der Sommerpause jedoch beide Vereine große Pläne schmieden, bringt dem Match schon allein der sportliche Wert ein erhebliches Stück Brisanz zurück: Ein Fehlstart in die neue Spielzeit würde dem erhofften Angriff auf die internationalen Startplätze immerhin gleich auf den ersten Metern gewaltig torpedieren.

Beide Teams streben nach Europa

Nichts wird von den gastgebenden 96ern derzeit nämlich mehr gefürchtet, als dass ihr Verein wieder dauerhaft im Mittelmaß versinkt. Hatten die zweijährigen Gastspiele in der Europa League Hannover zwischenzeitlich zum gefühlten Nabel der Welt gemacht, fielen die Leistungen der Mannschaft in der vergangenen Saison unter die mittlerweile deutlich gewachsenen Ansprüche zurück. Der lange Zeit für unfehlbar gehaltene Mirko Slomka bekam in den zurückliegenden Monaten weder die Auswärts- noch die Abwehrschwäche in den Griff – fortan wird nun mit einigen zielgerichteten Verstärkungen versucht, den schleichenden Abwärtstrend gerade noch rechtzeitig in eine freundlichere Richtung zu drehen.

Bei den Wölfen wird dagegen darauf gehofft, dass sich die positive Entwicklung des Frühjahrs nun auch in den Resultaten der neuen Saison niederschlägt: Der im Winter verpflichtete Dieter Hecking hat mit dem VfL zuletzt immerhin bereits eine äußerst vielversprechende Rückrunde hingelegt. Da sich der Verein aufgrund der enttäuschenden Hinserie jedoch tabellarisch permanent jenseits von gut und böse befand, bekam bislang kaum jemand den sportlichen Aufschwung der Mannschaft mit. Umso mehr wird von den Gästen deshalb endlich auch einmal ein stabiler Herbst benötigt, um sich aus dem mittlerweile dreijährigen Dornröschenschlaf befreien zu können.

Gelingt dem VfL die Trendwende?

Ein Auftaktsieg in Hannover wäre folglich ein wichtiges Signal, dass man mit den Wölfen wieder rechnen darf: Durch die inzwischen auf drei Niederlagen angewachsene Negativserie in der AWD-Arena wird die lange Durstrecke des VfL schließlich am besten beispielhaft markiert. Dabei kann so manche dieser Pleiten noch nicht einmal auf eine etwaige Überlegenheit der Roten geschoben werden – erst vor wenigen Monaten stellte der 2:1-Sieg der 96er den eigentlichen Spielverlauf vollständig auf den Kopf.

Vielleicht ist die erwähnte mangelnde Rivalität beider Klubs also letzten Endes sogar darauf zurückzuführen, dass bei der Punktevergabe in aller Regelmäßigkeit Hannover den Zuschlag erhielt – insofern könnte ein gar nicht so unwahrscheinlicher Erfolg der Wölfe die künftigen Derbys möglicherweise erheblich beleben. Denn obwohl die Gastgeber schon seit Jahren den Ruf einer Heimmacht genießen, gehen die Wettanbieter zum Bundesliga-Start von einer richtig engen Kiste aus: Die Siege beider Mannschaften spielen nahezu identische Quoten ein.

Category: Derbys Österreich – Author: admin – 11:30 am

Zum insgesamt 306. Mal stehen sich am kommenden Wochenende beim Wiener Derby Rapid und Austria in einem Bewerbspiel gegenüber. In der Meisterschaft ist es das 274. Duell, davon hat Rapid zwar 113 für sich entschieden – bei 94 Siegen der Austria – aber der letzte Erfolg der Grün-Weißen liegt bereits zweieinhalb Jahre zurück.

Am 13. März 2011 gewann Rapid im Stadion des Stadtrivalen mit 1:0. Der letzte Erfolg im heimischen Hanappi-Stadion liegt noch ein Jahr länger zurück. Am 14. März 2010 gab es einen 2:0-Heimsieg der Hütteldorfer.

Veränderungen bei Rapid

Von der damals erfolgreichen Mannschaft des 32-fachen österreichischen Meisters stehen nur noch die beiden Routiniers Steffen Hofmann und Branko Boskovic im Kader. Ansonsten präsentiert sich die Mannschaft von Trainer Zoran Barisic im Vergleich zu jener der letzten Jahre stark verändert. Langjährige Stützen wie der Finne Markus Heikkinen und die ehemaligen Nationalspieler Markus Katzer und Stefan Kulovits verließen den Verein. Namhafte Verstärkungen blieben aufgrund der eingeschränkten wirtschaftlichen Möglichkeiten aus. Von Bundesliga-Absteiger Greuther Fürth stieß der Grieche Thanos Petsos zu den Hütteldorfern. Darüber hinaus wurde von Ligakonkurrent Red Bull Salzburg der Innenverteidiger Christopher Dibon ausgeliehen, der im Derby allerdings verletzt fehlen wird.

Aufgrund von einigen weiteren Verletzungen – so fällt mit Deni Alar der beste Torschütze der Rapidler noch mehrere Monate aus – wurde der Kader vor allem mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs besetzt. Entgegen der Erwartungen vieler hielt sich diese junge Mannschaft in der bisherigen Saison jedoch beachtlich. Zwar gab es gleich zu Saisonbeginn mit dem Pokal-Aus gegen den Regionalligisten LASK im Elfmeterschießen einen derben Rückschlag, aber in den bisherigen drei Meisterschaftsspielen blieb Rapid unbesiegt und holte 7 von 9 möglichen Punkten. Am vergangenen Wochenende spielten die Grün-Weißen auswärts bei Sturm Graz über 90 Minuten in Unterzahl – nachdem Verteidiger Maximilian Hofmann bei seinem Bundesliga-Debüt von Beginn an nach 47 Sekunden (!) wegen Torraub vom Platz gestellt wurde – und siegten dennoch mit 4:2.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Energieleistung – bei tropischen Temperaturen am Sonntagnachmittag – werden den Rapidlern im Heimderby gegen die Austria diesmal gute Chancen eingeräumt, als Sieger vom Platz zu gehen. So bewegen sich die Quoten der Anbieter von Fußballwetten für einen Rapid-Sieg zwischen 2,3 und 2,55, während bei einem Erfolg der Gäste der bis zu 2,9-fache Wetteinsatz ausbezahlt wird. Im Falle eines Unentschiedens liegen die Quoten einheitlich um 3,3.

Schwacher Saionstart des Meisters

Diese Änderung der Einschätzung liegt auch vor allem daran, dass die Austria in den ersten Spielen unter dem neuen Trainer Nenad Bjelica noch nicht richtig in Schwung kam. Im letzten Heimspiel gegen die SV Ried – wo ein 2:0 bzw. 3:1-Vorsprung verspielt wurde und es schließlich nur zu einem 3:3 reichte – haderte der Nachfolger von dem zum 1. FC Köln abgewanderten Peter Stöger mit dem mangelnden Spielglück und den unzufriedenen Fans.

In der Woche davor gab es für den Meister ein deftiges 1:5-Debakel bei Red Bull Salzburg. Dabei war gerade die Auswärtsstärke in der vergangenen Saison der Garant für den Titelgewinn gewesen. In 17 Auswärtsspielen blieben die Violetten unbesiegt, erst im letzten – bereits bedeutungslosen – Spiel gab es die einzige Niederlage außerhalb Wiens.

Ein Grund für den durchwachsenen Saisonstart des Titelverteidigers ist auch darin zu suchen, dass Torjäger Philipp Hosiner – in der letzten Saison mit 32 Treffern Torschützenkönig – bisher noch nicht auf Touren kam und nur im Auftaktspiel gegen die Admira traf. Möglicherweise auch deshalb, weil die Gerüchte um einen Wechsel des Stürmers in die deutsche Bundesliga nach Hoffenheim nicht verstummen. Beim letzten Derby im Hanappi-Stadion erzielte Hosiner beide Tore für die Austria zum 2:1-Erfolg über Rapid.

Fortsetzung der Serie?

Auch sonst gab die Austria in den letzten Derbys eindeutig den Ton an. Beinahe hätten die Violetten 2012/13 als erste Mannschaft alle vier Derbys in einer Saison für sich entschieden, aber mit einem 2:2 im letzten Spiel konnte Rapid das Schlimmste verhindern.

Bleibt die Austria auch diesmal ungeschlagen, wären sie bereits seit 10 Derbys unbesiegt. Nur zwei Mal in der Geschichte der seit 1911 ausgetragenen Meisterschaft gab es längere Serien. Zwischen 2001 und 2005 blieb die Austria bereits 16 Spiele ohne Niederlage. Ebenfalls 16 Mal blieb auch Rapid zwischen 1996 und 2000 unbesiegt.