Am Premieren-Spieltag der Bundesliga wird auch gleich an die Freunde des Derbys gedacht – das niedersächsische Duell in Hannover sorgt jedoch dafür, dass die Erregungskurve der Fans nach der Sommerpause zunächst einmal nur ganz behutsam nach oben steigt. Aufgrund der weitgehend fehlenden Rivalität bietet sich der Vergleich zwischen den Roten und Grünen schließlich vor allem als Testlauf für künftige Highlights an: So wird es für die 96er nämlich erst dann so richtig ernst, wenn es am 12. Spieltag zu einem Wiedersehen mit Eintracht Braunschweig kommt.

Derby-Verweigerung in Hannover

Während sich Hannover und die Löwen schon seit einem halben Jahrhundert in größtmöglicher Abneigung verbunden sind, wird dem VfL Wolfsburg nach wie vor den Rang eines ernstzunehmenden Gegners verweigert. Nicht einmal die überraschend eingeheimste Meisterschaft anno 2009 konnte etwas an dem Umstand ändern, dass dem VW-Werksklub in der Landeshauptstadt bestenfalls unterkühltes Desinteresse entgegenschlägt. Sich das Duell im nunmehr zwölften Jahr der gemeinsamen Bundesliga-Zugehörigkeit längst zum Dauerbrenner mausert, wird von den jeweiligen Fanlagern allenfalls die kurze Anreise zu den Auswärtsspielen in der Nachbarschaft geschätzt: Die Stadien der beiden Teams sind immerhin gerade einmal knappe 90 Kilometer voneinander entfernt.

Die demonstrativ gelebte Gleichgültigkeit wird somit auch an diesem Samstagnachmittag wieder deutlich machen, dass sich der Reiz eines Derbys keinesfalls aus der geringen räumlichen Entfernung ergibt: Wird eine solche Partie nämlich nicht mit den Emotionen der Zuschauer überreichlich aufgeladen, kann es am Ende tatsächlich nur noch um die gewöhnlichen drei Punkte gehen. Da nach der Sommerpause jedoch beide Vereine große Pläne schmieden, bringt dem Match schon allein der sportliche Wert ein erhebliches Stück Brisanz zurück: Ein Fehlstart in die neue Spielzeit würde dem erhofften Angriff auf die internationalen Startplätze immerhin gleich auf den ersten Metern gewaltig torpedieren.

Beide Teams streben nach Europa

Nichts wird von den gastgebenden 96ern derzeit nämlich mehr gefürchtet, als dass ihr Verein wieder dauerhaft im Mittelmaß versinkt. Hatten die zweijährigen Gastspiele in der Europa League Hannover zwischenzeitlich zum gefühlten Nabel der Welt gemacht, fielen die Leistungen der Mannschaft in der vergangenen Saison unter die mittlerweile deutlich gewachsenen Ansprüche zurück. Der lange Zeit für unfehlbar gehaltene Mirko Slomka bekam in den zurückliegenden Monaten weder die Auswärts- noch die Abwehrschwäche in den Griff – fortan wird nun mit einigen zielgerichteten Verstärkungen versucht, den schleichenden Abwärtstrend gerade noch rechtzeitig in eine freundlichere Richtung zu drehen.

Bei den Wölfen wird dagegen darauf gehofft, dass sich die positive Entwicklung des Frühjahrs nun auch in den Resultaten der neuen Saison niederschlägt: Der im Winter verpflichtete Dieter Hecking hat mit dem VfL zuletzt immerhin bereits eine äußerst vielversprechende Rückrunde hingelegt. Da sich der Verein aufgrund der enttäuschenden Hinserie jedoch tabellarisch permanent jenseits von gut und böse befand, bekam bislang kaum jemand den sportlichen Aufschwung der Mannschaft mit. Umso mehr wird von den Gästen deshalb endlich auch einmal ein stabiler Herbst benötigt, um sich aus dem mittlerweile dreijährigen Dornröschenschlaf befreien zu können.

Gelingt dem VfL die Trendwende?

Ein Auftaktsieg in Hannover wäre folglich ein wichtiges Signal, dass man mit den Wölfen wieder rechnen darf: Durch die inzwischen auf drei Niederlagen angewachsene Negativserie in der AWD-Arena wird die lange Durstrecke des VfL schließlich am besten beispielhaft markiert. Dabei kann so manche dieser Pleiten noch nicht einmal auf eine etwaige Überlegenheit der Roten geschoben werden – erst vor wenigen Monaten stellte der 2:1-Sieg der 96er den eigentlichen Spielverlauf vollständig auf den Kopf.

Vielleicht ist die erwähnte mangelnde Rivalität beider Klubs also letzten Endes sogar darauf zurückzuführen, dass bei der Punktevergabe in aller Regelmäßigkeit Hannover den Zuschlag erhielt – insofern könnte ein gar nicht so unwahrscheinlicher Erfolg der Wölfe die künftigen Derbys möglicherweise erheblich beleben. Denn obwohl die Gastgeber schon seit Jahren den Ruf einer Heimmacht genießen, gehen die Wettanbieter zum Bundesliga-Start von einer richtig engen Kiste aus: Die Siege beider Mannschaften spielen nahezu identische Quoten ein.

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Gast - Friday, September 22, 2017 02:30:42

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