Noch ist ungewiss, ob dem Braunschweiger Liga-Schlusslicht das „Abenteuer Bundesliga“ in guter Erinnerung bleiben wird: Fest steht allerdings schon jetzt, dass die Eintracht zumindest von den Lokalrivalen aus Hannover und Wolfsburg mit Sicherheit nicht so schnell vergessen wird. Als krasser Außenseiter heimste der Aufsteiger in den beiden Hinrunden-Derbys erstaunliche vier Zähler ein. Beim sensationellen 2:0 in der Volkswagen-Arena konnte dabei sogar der erste Bundesliga-Sieg seit fast drei Jahrzehnten gefeiert werden – im anstehenden Rückspiel soll nun eine weitere Überraschung ein paar ganz wichtige Punkte für den Klassenerhalt besorgen.

Dem VfL droht der Titel als „Derby-Depp“

Mit Blick auf die diesjährige Derby-Bilanz der Gäste bleibt allerdings offen, ob ein neuerlicher Erfolg der Braunschweiger Löwen überhaupt als echte Überraschung durchgehen könnte: Denn obwohl man in Wolfsburg nun schon seit etlichen Jahren mit größeren Sponsoren-Summen um sich schmeißt, haben sich doch zumindest die Teams aus der unmittelbaren Nachbarschaft von der Qualitätsoffensive nicht beeindrucken lassen. Nach der besagten Heim-Pleite im vergangenen Herbst und zwei weiteren Niederlagen gegen Hannover 96 steht die Mannschaft von Dieter Hecking bislang ohne jeden Zähler aus den niedersächsischen Prestigeduellen da – nach jetzigem Stand droht die erhoffte Teilnahme an der europäischen Königsklasse somit ausgerechnet an der rätselhaften Derbyschwäche zu scheitern.

Dass die vor allem technisch versierten Wolfsburger Spieler erhebliche Probleme haben, sich auf die traditionell etwas rauere Gangart in einem Derby einzustellen, hat natürlich insbesondere den eigenen Anhang in Rage versetzt: Ist es für Wölfe-Fans schon schwer genug, angesichts des deutlich traditionsreicheren Duells zwischen Hannover und Braunschweig auf der niedersächsischen Bühne lediglich als Randerscheinung wahrgenommen zu werden, bekamen sie überdies in sämtlichen lokalen Vergleichen restlos enttäuschende Auftritte ihrer Mannschaft zu sehen. Die hochkochenden Emotionen nach dem 0:2 im Hinspiel wurden von den Spielern nur durch den Start einer langen Siegesserie befriedet – zehn ungeschlagene Partien in Folge sorgten für das gute Gefühl, dann irgendwie doch die unangefochtene Nummer 1 im Norden zu sein.

Da Derby-Niederlagen nichtsdestotrotz besonders schmerzlich sind, wird das Wolfsburger Personal nun im Wiederholungsfall jedoch wohl kaum auf eine ähnliche Milde hoffen können: Immerhin wird das Team nicht nur durch die bisherigen Enttäuschungen in den niedersächsischen Duellen, sondern überdies auch die letzten beiden Bundesliga-Spieltage unter Druck gesetzt. Die unmittelbar aufeinanderfolgenden Debakel gegen Hoffenheim (2:6) und Bayern München (1:6) lassen eine prompte Wiedergutmachung als geradezu alternativlos erscheinen: Geht nun stattdessen aber auch das Rückspiel im Eintracht-Stadion schief, dürften die in dieser Saison bereits angeknipsten Glanzlichter mit einem Male weitgehend verblassen.

Die Eintracht entdeckt das Toreschießen

Die bedrohlich wirkende Fallhöhe der Wolfsburger Gäste verspricht dem samstäglichen Aufeinandertreffen somit einen zusätzlichen Schuss Würze zu verleihen: Dem VfL könnte in Braunschweig allerdings nicht nur die sich zuletzt andeutende eigene Formschwäche, sondern obendrein auch der Mini-Aufschwung bei den Hausherren zu schaffen machen. Wenngleich der unmittelbare Tabellenstand bislang nur wenig über den ungebrochenen Überlebenswillen des BTSV verraten kann, hat sich das Team von Torsten Lieberknecht mit seinen jüngsten Auftritten durchaus neues Selbstvertrauen verschaffen können: Dass von den letzten vier Partien nur das Match in Nürnberg knapp verloren ging, lässt erkennen, dass die Löwen nach einigen Anlaufschwierigkeiten inzwischen in der Bundesliga angekommen sind.

Vor allem dank der verbesserten Offensive dürfen die Braunschweiger weiterhin von einem weiteren erstklassigen Jahr träumen: Hatten die zehn Treffer in den 17 Hinrunden-Partien noch für einen neuen Negativrekord gesorgt, konnte diese Ausbeute nun seit der Winterpause nahezu verdoppelt werden. Zwar dürften die neun Buden in der Rückrunde nach wie vor ausbaufähig sein – mit dieser Trefferquote lässt das Schlusslicht aber immerhin selbst Vereine wie Mainz, Gladbach, Leverkusen und Werder Bremen hinter sich. Für Zuversicht kann dabei insbesondere die nach oben weisende Formkurve von Kumbela sorgen: Nachdem dieser bereits im Hinspiel mit dem entscheidenden zweiten Tor den Deckel auf den Derbysieg machte, scheint er angesichts von vier Treffern in den letzten vier Partien nun auch 25. Spieltag für Heldentaten bereitzustehen.

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Gast - Wednesday, September 20, 2017 11:02:24

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