Im Rhein-Main-Derby zwischen Frankfurt und Mainz steht insbesondere für die Gäste eine ganze Menge auf dem Spiel: Während sich die Eintracht dank einer deutlich verbesserten Rückrunde mittlerweile in relativ solide wirkenden tabellarischen Regionen befindet, will die Mannschaft von Thomas Tuchel ihre Erfolgssaison mit dem Einzug in einen der europäischen Wettbewerbe krönen. Da sich die 05er derzeit jedoch auf dem undankbaren siebten Tabellenplatz befinden, wird das Team nun mit Sicherheit auch in der Commerzbank-Arena mit aller Macht auf einen weiteren Ausbau der positiven Derby-Bilanz drängen.

Die 05er gewannen drei der letzten vier Duelle

Zwar liegt das Premieren-Duell beider Klubs in der 1. Bundesliga noch nicht einmal ganze neun Jahre zurück (zuvor war es rund um die Jahrtausendwende allerdings schon zu häufigeren unterklassigen Vergleichen gekommen), bereits diese kurze Zeitspanne offenbart jedoch, wie sich das Kräfteverhältnis zunehmend zuungunsten der Hessen verschoben hat. Konnte sich in den ersten sieben Partien bei regelmäßigen Punkteteilungen allenfalls die Eintracht gelegentliche Vorteile erspielen, wurde von den Mainzern mit dem 3:0-Erfolg im April 2011 die gegnerische Vorherrschaft dauerhaft gebrochen. In der Folge sorgten zwei weitere Siege dafür, dass derzeit die Rheinländer der knappe Derbykönig sind (3 Siege, 6 Remis, 2 Niederlagen) – wenngleich sich die Vereine im Zweifelsfalle nach wie vor am liebsten zu einem Unentschieden bereiterklären.

Bemerkenswert ist hier jedoch nicht zuletzt, dass die Mainzer ausgerechnet im Vorjahr ihren ersten Derby-Auswärtssieg verbuchten, als eigentlich die Mannschaft von Armin Veh mit ihrem Sturm in das oberste Tabellendrittel in der Liga für Furore sorgte: Obwohl die Frankfurter im Aufstiegsjahr in ihrem eigenen Stadion eine gefürchtete Festung errichteten, zogen die damals im Umbruch befindlichen Gäste dennoch mit einem überraschenden 3:1-Triumph davon. Da es für die 05er in dieser Saison nun deutlich besser läuft, möchte der Karnevalsverein diesen Erfolg nun natürlich nur allzu gerne wiederholen – immerhin lässt überdies auch die abgeflachte Heimbilanz der Adlerträger erahnen, dass in der Banken-Metropole ein Dreier möglich ist.

Frankfurt verspürt Aufwind in der Commerzbank-Arena

Insbesondere im vergangenen Herbst wurde schließlich überdeutlich, dass sich die Frankfurter mit der Teilnahme an der Europa League ein bisschen zu viel zugemutet haben: In den gesamten Hinrunde bekam das Publikum folgerichtig keinen einzigen Heimsieg ihrer Mannschaft zu sehen. Obwohl diese Negativ-Serie dann gleich beim ersten Rückrundenauftritt mit einem glücklichen 1:0-Erfolg über die Berliner Hertha beendet werden konnte, wechselten sich bei der Eintracht auch in der Folge Licht und Schatten ab. Wurde bei den weiteren Siegen gegen Braunschweig, Stuttgart und Gladbach einerseits ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar, fiel anderntags entweder die Leistung (etwa beim 0:0 gegen Bremen) oder das Ergebnis (1:4 gegen den SC Freiburg) erneut merklich ab.

Insgesamt kann dennoch das vorläufige Fazit gezogen werden, dass sich die Frankfurter insbesondere dank ihrer verbesserten Heimspiele wieder berappelt haben: Auch die Ankündigung des allseits anerkannten Armin Veh, seinen Vertrag in der Main-Metropole zum Saisonende auslaufen zu lassen, wurde von den Spielern in positive Energien umgemünzt. Statt mit einer – wie von Schwarzmalern befürchtet- im Angesicht des bevorstehenden Umbruchs auseinanderfallenden Mannschaft, bekamen es die Konkurrenten zuletzt regelmäßig mit einer aufopferungsvoll kämpfenden Gegner zu tun, der darüber hinaus aber auch in tabellarisch etwas düsteren Zeiten nie den Sinn für das Fußballspielen verlor.

Da sich die Frankfurter mit der siebtbesten Bilanz der Rückrunde zumindest im neuen Jahr (rein virtuell) in Richtung europäischer Startplätze orientieren, darf sich der künftige Nachfolger von Armin Veh auf ein bestens bestelltes Feld begeben: Die gewaltigen Fußstapfen des ungleich erfolgreicheren Vorjahres vermögen momentan jedoch allenfalls die Mainzer Gäste auszufüllen. Bereits zum zweiten Mal in seiner Amtszeit ist es Thomas Tuchel gelungen, mit bescheidenen Mitteln ein Team von internationalem Format zusammenzustellen – selbst eine baldige Teilnahme an der Champions League scheint angesichts eines Vier-Punkte-Rückstandes auf Bayer Leverkusen derzeit nicht nur eine verrückte Träumerei zu sein.

Die Mainzer befinden sich zwischen Müssen und Wollen

Doch wenn gleich sich für die 05er schon mit der bloßen Qualifikation für die Königsklasse bislang undenkbare finanzielle Perspektiven ergeben würden, dürfe den Verein zum Saisonende sicherlich bereits das Startrecht für die kleinere Europa League in einen Freudentaumel versetzen. Allerdings sind die Ambitionen des Klubs längst groß genug, um nun nicht mehr völlig unbefangen in den Endspurt starten zu können. Wenngleich die Eroberung des sechsten Tabellenplatzes freilich keine unumstößliche Verpflichtung ist, wäre die Enttäuschung nichtsdestotrotz riesengroß, sollte das Team nach der bislang so vielversprechend verlaufenden Rückrunde am Ende doch leer ausgehen.

Im neuen Jahr haben es bis dato nämlich nur die Top-Klubs aus München, Gelsenkirchen und Dortmund auf eine bessere Bilanz als die Mainzer gebracht: Folglich dürfen im anstehenden Vergleich nicht nur die wiedererstarkten Hessen, sondern auch die nach oben drängenden Rheinländer mit einer richtig breiten Brust erwartet werden. Ein gleichermaßen hochklassiges wie rassiges Duell scheint angesichts solcher erfreulichen Vorzeichen geradezu garantiert zu sein – und es käme keineswegs überraschend, sollte das meist so ausgeglichene Derby auch in diesem Fall wieder einmal mit einem Unentschieden zu Ende gehen.

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Gast - Tuesday, November 21, 2017 02:15:16

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