Archive for December, 2014

Category: Derbys Großbritannien – Author: admin – 6:10 pm

Gleich zwei Londoner Derbys erwarten die englischen Fußballfans am Boxing Day, dem 26. Dezember. Bereits um 13:45 empfängt der Tabellenführer FC Chelsea an der Stamford Bridge West Ham United, einige Stunden später hat Arsenal im Emirates Stadium um 18:30 Uhr die Queens Park Rangers zu Gast.

Der Spitzenreiter empfängt den Tabellen-Vierten

Wobei beide Derbys eines gemeinsam haben, nämlich die deutliche Favoritenrolle für die Heimmannschaft. Während Chelsea und Arsenal seit vielen Jahren nicht nur in London, sondern auch auf englischer und auch internationaler Ebene eine bedeutende Rolle spielen, bleibt den „Hammers“ und den „Super Hoops“ nur die Rolle des Underdogs.

Dabei ist der FC Chelsea der mit Abstand jüngste Verein dieses Quartetts, aktuell aber wohl der erfolgreichste. Das hat vor allem mit der Übernahme durch den russischen Geschäftsmann Roman Abramowitsch zu tun, der seit 2003 die Geschicke des Vereins leitet und unter dessen Führung der Verein seine größten Erfolge feierte. Dazu zählen drei englische Meistertitel (2005, 2006, 2010) und als Krönung der Sieg in der Champions League 2012.

Davor war Chelsea nur mäßig erfolgreich und im innerstädtischen Ranking hinter Arsenal und Tottenham bestenfalls die Nummer gewesen. Der zehn Jahre früher gegründete Klub von West Ham United kam an die ganz großen Erfolge noch nicht heran. Drei Mal holte man den FA-Cup und in der Folge gewannen die „Hammers“ 1965 den Europapokal der Pokalsieger.

Aktuell ist West Ham allerdings gut in Schuss und rangiert in der Premier League hinter Chelsea und den beiden Klubs aus Manchester auf Platz vier. Daher wird Chelsea das Duell nicht auf die leichte Schulter nehmen, vor allem, da Titelverteidiger Manchester City nach Verlustpunkten nur noch drei Zähler zurück liegt.

QPR-Highlights sind rar

Ganz anders sind die Verhältnisse im zweiten Derby des Tages zwischen Arsenal und den Queens Park Rangers. Zwar sind die 1882 im Westen Londons gegründeten Super Hoops der älteste der vier an den beiden Derbys beteiligten Vereinen, an Erfolgen steht QPR aber deutlich zurück. Zumeist pendelte der an der Loftus Road beheimatete Verein zwischen Ligen 1 bis 3. Der einzige Titelgewinn resultiert aus dem Gewinn des Liga-Cups im Jahr 1967. 1976 wurden die Rangers immerhin englischer Vizemeister.

Aktuell kämpft man nach dem Aufstieg in der letzten Saison aber wieder einmal um den Klassenerhalt. Der Vorsprung auf Rang 18 beträgt gerade einmal zwei Punkte. Daher könnte sich der Klub im Falle einer zu erwartenden Niederlage im Emirates Stadium auf einem Abstiegsplatz wiederfinden.

Arsenal wiederum mischt seit Jahren in England an der Spitze mit, ohne allerdings den großen Wurf landen zu können. Der letzte Meistertitel aus dem Jahr 2014 liegt bereits über 10 Jahre zurück, dafür holten die Gunners allerdings letzte Saison den Sieg im FA-Cup. In der Meisterschaft sieht es auch in dieser Saison nicht nach dem 14. Titelgewinn aus.

Arsenal braucht einen Sieg über den Underdog

Aktuell rangiert das Team von Arsene Wenger nach einer durchwachsenen Herbstsaison nur auf Platz sieben – unmittelbar vor dem Stadtrivalen Tottenham. Damit wären die beiden Londoner Klubs nicht einmal für die Europa League qualifiziert. Spitzenreiter Chelsea ist bereits um 13 Punkte einteilt.

Mit einem Sieg über QPR würde Arsenal zumindest an der Spitze dranbleiben und sich damit die Chance offen halten, sich wieder für die Champions League zu qualifizieren. In der laufenden Saison haben die Gunners bereits das Achtelfinale der Königsklasse erreicht.

Aus Sicht der Fußballwetten sind sowohl Chelsea gegen West Ham, als auch Arsenal gegen die Queens Park Rangers klar zu favorisieren.

Category: Bayer Leverkusen,Bor. M`gladbach,Derbys Deutschland – Author: admin – 3:31 pm

In Nordrhein-Westfalen ist der Profi-Fußball bekanntlich derart prominent vertreten, dass die bloße regionale Nähe zweier Mannschaften noch lange nicht die Gemüter erhitzen muss: Da etwa auch die Teams aus Leverkusen und Gladbach den sportlichen Erzfeind in erster Linie in Köln verorten, hatten wir sogar in diesem Blog schon mehrfach darauf hingewiesen, dass die Duelle zwischen der Werkself und den Fohlen eigentlich jede halbwegs streng gezogene Derby-Grenze unterschreiten. Da jedoch auch vergleichbare Ambitionen zu ganz neuen Rivalitäten führen können, wird selbst so mancher Derby-Purist das anstehende Topspiel am Sonntagnachmittag bereits mit gesteigertem Interesse verfolgen.

Zwei Nachbarn wollen in die Königsklasse

Dass sich die beiden Klubs vom Rhein derzeit punktgleich und mit identischer Tordifferenz im Kampf um einen Champions-League-Startplatz gegenseitig auf den Füßen stehen, dürfte doch zumindest schon einmal für eine äußerst spannende Angelegenheit auf absoluter Augenhöhe sprechen: Immerhin werden in der BayArena möglicherweise bereits vorentscheidende Weichen gestellt, welcher Verein am größten deutschen Fluss künftig den fußballerischen Takt bestimmt. Während Leverkusen viele Jahre lang die klare – wenn auch nicht unbedingt hinsichtlich der Sympathiewerte – Nummer 1 der Gegend war, ist die Mannschaft von Lucien Favre nun schon seit einiger Zeit damit beschäftigt, Bayer die Vorherrschaft streitig zu machen.

Insbesondere in der Saison 2012/13 schien dieser Machtwechsel sogar bereits einmal vorübergehend vollzogen worden zu sein: Während es für die auf dem fünften Platz über die Ziellinie gegangenen Werkskicker auf direktem Weg in die Europa League ging, verpassten erst die viertplatzierten Fohlen in der Folgesaison nur knapp, in den Playoffs gegen Dynamo Kiew dann auch tatsächlich in die europäische Königsklasse einzuziehen. Wie sich jedoch nicht nur gegen das Top-Team aus der Ukraine zeigte, ließen sich die Abgänge von Spielern wie Reus, Dante und Hochstädter nicht so ohne weiteres kompensieren – nach dem Aderlass benötigte die Borussia ganze zwei Jahre, bis nun in der laufenden Spielzeit vielleicht erneut nach den Sternen gegriffen werden kann.

Geht’s mit den Fohlen schon wieder bergauf?

Dass in Gladbach wieder eine äußerst schlagkräftige Mannschaft zusammengewachsen ist, hatte insbesondere der sensationell erfolgreiche Auftakt in die Saison offenbart: Mit 18 Pflichtspiel-Auftritten ohne jede Niederlage wurde ein über 40 Jahre alter Startrekord aus der glorreichen Meistersaison 1970/71 atomisiert. Die aufgrund des „Jahrhundert-Eigentors“ von Christoph Kramer kassierte Pleite beim BVB läutete nach dem vielversprechenden Beginn jedoch eine kleine Durststrecke ein – nachdem sich das Team in den folgenden Partien auch Frankfurt und Wolfsburg geschlagen geben musste, schien die gewohnte Ordnung selbst beim jüngsten 3:2-Erfolg über die Hertha noch nicht wieder vollends wiedergefunden worden zu sein.

Dennoch dürfte die Borussen auch im Moment der Schwäche die unbestreitbare Tatsache trösten, das angestrebte Soll momentan noch vollauf zu erfüllen – bei den punktgleich aufliegenden Gastgebern kann man sich diesbezüglich dagegen nicht ganz so sicher sein. Wurde der aus Salzburg verpflichtete Roger Schmidt zunächst als Wundertrainer begrüßt, welcher der Werkself endlich den Ausweg aus der schier endlosen titellosen Ära verspricht, hat nun auch der frühere Mozartstädter seine Schwierigkeiten, seiner neuen Mannschaft die seit Jahren gewohnten Leistungsschwankungen auszutreiben: Oft genug bleibt nach Vorstellungen der Leverkusener noch immer das Gefühl zurück, dass Bayer längst nicht das Optimale aus seinen Möglichkeiten macht.

Im Derby ist Gladbach eine kleine Nummer

Wurde aufgrund dieser Schwäche gerade erst der so greifbare Gruppensieg in der Champions-League-Vorrunde mit enttäuschenden Auftritten gegen den AS Monaco und Benfica Lissabon weggeschenkt, hat sich mittlerweile auch in der Bundesliga schon wieder ein beachtlicher Berg von vermeidbaren Fehlleistungen angehäuft. So gaben die Leverkusener etwa gegen Bremen und in Stuttgart jeweils von A bis Z dominierte Partien ärgerlicherweise aus der Hand. Während es darüber hinaus unter anderem auch gegen den HSV und den SC Paderborn an Peinlichkeit grenzende Punktverluste (bzw. gar Niederlagen) setzte, wurde es beim vorwöchigen 0:1 in München versäumt, das Chancenplus der ersten Halbzeit in etwas Zählbares umzusetzen.

Schon allein die Aufzählung, was mit ein wenig mehr Konsequenz eigentlich möglich gewesen wäre, muss unmittelbar zu der Schlussfolgerung führen, dass Bayer vor dem anstehenden Spitzenspiel dennoch mit dem deutlich größeren Lebendgewicht den Rasen der heimischen Arena betritt: Die Favoritenstellung der Hausherren wird zudem auch durch die direkte Bilanz gestützt, aus der sich für die Werks-Kicker relativ klare Vorteile ergeben (24 Siege, 25 Unentschieden, 15 Niederlagen). An dem denkwürdigsten Aufeinandertreffen der jüngeren Vergangenheit hatten allerdings die Fohlen an entscheidender Stelle mitgewirkt: So sorgte ein Gladbacher 6:3-Auswärtssieg im August 2010 dafür, dass es auch über das vermeintliche oder tatsächliche „Nicht-Derby“ bereits so manche spannende Anekdote zu berichten gibt.

Category: Derbys Spanien – Author: admin – 6:35 pm

Während das madrilenische Derby zwischen Real und Altetico nach jahrzehntelanger Dominanz des weißen Balletts dank des Aufschwungs der Rojiblancos mittlerweile wieder regelmäßig Dramatik verspricht, stellt sich die am häufigsten aufgeführte Stadtmeisterschaft des spanischen Fußballs noch immer allzu oft als eine vorhersehbare Angelegenheit heraus: Am späten Samstagnachmittag wird Espanyol nun bereits zum 161. Mal versuchen, die festgezurrten katalanischen Verhältnisse im „Derbi Barceloni“ durcheinanderzubringen.

Das einseitigste Derby Spaniens?

Würde die Blaugrana eine überraschende Pleite gegen den Lokalrivalen im Kampf um die Meisterschaft richtig schmerzen, käme ein solcher Prestigeerfolg aus Sicht der Gäste in der ewigen Derby-Bilanz kaum über die Rolle des berühmten heißen Tropfens auf dem Stein hinaus: Da der FC Barcelona in den bisherigen Duellen 91 Siege bei nur 35 Niederlagen verbuchte, dürfte der Mannschaft von Luis Enrique der Titel des lokalen Derby-Königs in diesem Jahrhundert wohl nicht mehr abzujagen sein. Allerdings müssen natürlich noch nicht einmal die direkten Aufeinandertreffen herangezogen werden, um sich über die zu erwartende Rollenverteilung im Camp Nou zu informieren – mit notorischen Platzproblemen in der Vereinsvitrine haben bekanntermaßen nur die Hausherren zu kämpfen.

Während Barca mit 22 Meistertiteln – zumindest historisch gesehen – die klare Nummer zwei des spanischen Fußballs ist, gehört Espanyol zu den ganz wenigen Gründungsmitgliedern der Primera Division, die seit der erstmals im Jahre 1929 ausgetragenen Meisterschaft am Ende nie an der Spitze der Tabelle standen. Selbst die mittlerweile angehäuften vier Siege im Copa del Rey nötigen dem Rekord-Pokalsieger aus der Nachbarschaft fraglos nur ein müdes Lächeln ab. Nicht minder ungleich sind auch die internationalen Meriten in der katalanischen Hauptstadt verteilt: Konnte sich der Platzhirsch im Laufe der Jahrzehnte insgesamt zwölf Titel in den diversen europäischen Wettbewerben sichern, kam der kleine Nachbar nicht über zwei Endspiel-Niederlagen im UEFA-Cup hinaus.

Zuletzt wurde Barca im Jahr 2009 überrascht

Angesichts der klar abgesteckten Kräfteverhältnisse ist es dann schon durchaus symptomatisch, dass man sich bei Espanyol ausgerechnet für einen gleichermaßen possierlichen wie harmlosen Wellensittich als Vereinsmaskottchen entschied: Geht es hinsichtlich der gewählten Glücksbringer bei den meisten konkurrierenden Vereinen deutlich martialischer zu, scheint die Mannschaft von Sergio González tatsächlich nur dazu in der Lage zu sein, ab und an und nahezu unmerklich auf den übermächtigen Rivalen einzuhacken. Letztmals ist dies Espanyol vor über 5 Jahren mit einem Sieg im Camp Nou geglückt – in den seither absolvierten zehn Duellen hat sich der ewige Außenseiter dagegen mit überschaubaren zwei Punkten und ebenso „vielen“ Treffern begnügt.

Eine Fortsetzung dieser Negativserie dürfte nun auch am Samstag der absolute Normalfall sein, immerhin ist Espanyol nach nur einem Sieg aus den letzten sechs Ligaspielen gerade einmal wieder vollauf damit beschäftigt, sich einen drohenden Abstiegskampf vom Leib zu halten, während die Blaugrana im anstehenden Heimspiel mit sechs Pflichtspiel-Dreiern in Folge wuchern kann. Zuletzt konnten Messi & Co. mit Erfolgen gegen die stark gestarteten Klubs aus Sevilla und Valencia die eigenen Meisterschaftsambitionen untermauern; nachdem die Mannschaft noch im Vorjahr unter dem nunmehrigen argentinischen Nationalcoach Gerardo Martino komplett leer ausgegangen war, drängt das Team nun offensichtlich mit aller Macht in die Erfolgsspur zurück.

Schrumpft die Blaugrana zur lokalen Größe?

Da sich der FC Barcelona kurz vor dem Jahresende allerdings nicht nur in der Primera Division, sondern darüber hinaus auch in der Champions-League-Vorrunde erneut nur in der Rolle des ersten Verfolgers befindet, muss man wohl dennoch vermuten, dass auch der im Sommer vollzogene Trainerwechsel vorerst nur wenig an der erfolgten Wachablösung der Blaugrana geändert hat. Wurde noch vor einigen Jahren in zehn von zehn Fällen stets das katalanische Wunderteam genannt, wenn man sich für die stärkste Fußball-Mannschaft der Welt interessierte, scheint derzeit keineswegs nur der ewige Rivale aus Madrid ein kleines bisschen vorausgeeilt zu sein. Insbesondere in der Offensive hatten die Königlichen im ersten Saison-Drittel deutlich mehr anzubieten gehabt – und es bleibt offen, ob allein der seit kurzem endlich spielberechtigte Luiz Suarez den zu konstatierenden Rückstand mittelfristig wettmachen kann.

Angesichts der vorhandenen Fragezeichen muss es für Barca eine umso größere Bedeutung haben, nun wenigstens nicht auch noch im städtischen Derby zurechtgestutzt zu werden: Dass man das prestigeträchtige Duell bei den Gastgebern dieses Mal deshalb vielleicht ein kleines bisschen ernster nimmt, wird von Espanyol vermutlich mit einigem Schrecken zur Kenntnis genommen – schon allein die denkbar eindeutigen Quoten der Wettanbieter dürften gut und gerne dazu geeignet sein, den Herausforderer bereits vor dem schweren Gang ins Camp Nou gründlich zu demoralisieren.

Category: Derbys Deutschland,Hannover 96,VfL Wolfsburg – Author: admin – 7:17 pm

Obwohl der VfL Wolfsburg derzeit im Begriff ist, sich in der laufenden Saison als die unangefochtene Nummer 2 der Bundesliga zu etablieren, muss die Mannschaft von Dieter Hecking doch auch weiterhin damit leben, in der niedersächsischen Heimat nicht die allererste Wahl zu sein. Aufgrund der glorreichen Vergangenheit ist hier mit „Derby“ schließlich noch immer vor allem ein Duell zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig gemeint – folgerichtig nehmen die Roten aus der Landeshauptstadt die Wölfe nun am kommenden Sonnabend nach der offiziellen Sprachregelung nur zu einem „kleinen Derby“ in Empfang.

Hannover ist eine Derby-Macht

Mag es einerseits durchaus verständlich sein, dass die Anhänger der 96er den durch unzählige VW-Millionen zur lokalen Fußball-Macht aufgestiegenen Wölfen die große Ehre einer offen zur Schau getragenen Rivalität partout verweigern möchten, kann zugleich jedoch auch sehr wohl angenommen werden, dass man ebenso auch bei den Gästen keinen besonderen Wert auf die regelmäßigen Nachbarschafts-Duelle legt. Denn während der VfL die nationalen Konkurrenten zunehmend in Angst und Schrecken versetzt, ist die Mannschaft innerhalb der eigenen Landesgrenzen nach wie vor ein ziemlich kleines Licht: Niedersächsische Derbys bedeuteten für den Europa-League-Teilnehmer zuletzt fast immer den sicheren Untergang.

Ließen die Wölfe etwa in der Vorsaison gegen die nur kurzzeitig in der Bundesliga vorbeischauenden Löwen aus Braunschweig gleich fünf fest eingeplante Zähler liegen, stand das Team nach den beiden Duellen gegen Hannover sogar komplett mit leeren Händen da; mit beachtlichen fünf Derby-Siegen in Folge stellten sich die 96er in der jüngsten Vergangenheit ohnehin als der große nationale Angstgegner des VfL heraus. Ungeachtet dieser langen Siegesserie hat die Elf von Tayfun Korkut in der Gesamtbilanz aber trotzdem nur denkbar knapp die Nase vorn: Nach insgesamt 39 Vergleichen von der Bundesliga bis zur Regionalliga-Nord sowie einem Aufeinandertreffen im DFB-Pokal könnte der Vorsprung mit 17:16-Siegen kaum dünner sein.

…aber die Tabelle spricht für den VfL

Dennoch darf durchaus angenommen werden, dass der zusammengetragene Zahlensalat für das nun anstehende 40. Derby der beiden niedersächsischen Bundesligisten allenfalls untergeordnete Relevanz besitzt: Die recht deutliche Favoritenstellung der Wolfsburger Gäste dürfte schließlich nicht nur darauf zurückzuführen sein, dass sich die Lust der VfL-Kicker in Grenzen hält, schon wieder nach einem der regelmäßigen Prestigeduelle der große Depp zu sein. Insbesondere der von dem Gespann Allofs/Hecking eingeleitete Aufschwung schanzt den Wölfen am Samstagnachmittag die besseren Karten zu – sieben Siege aus den letzten acht Bundesliga-Partien lassen den VW-Klub hoffen, dass beim nunmehrigen Aufeinandertreffen mit den 96ern trotz aller schlechten Erfahrungen nun wirklich nichts Unangenehmes passieren kann.

Namentlich in der Offensive ist der VfL derart gut aufgestellt, dass man beinahe schon das Schlimmste für die Roten fürchten muss. Während sich die Gastgeber aus Hannover im bisherigen Saisonverlauf mit ganz mageren 13 Treffern begnügten (die zweitschlechteste Ausbeute aller Bundesligisten, brachte der Lokalrivale den Ball im gleichen Zeitraum fast doppelt so häufig im gegnerischen Kasten unter. Als großer Pluspunkt stellte sich dabei vor allem die ungeheure Vielzahl an potentiellen Scharfschützen heraus: Ist zum einen die vorderste Linie mit Spielern wie Olic, Bendtner, Persisic und Hunt ausgesprochen hochwertig besetzt, weiß das Team darüber hinaus auch die torhungrigste Abwehr der Liga in seinen Reihen: Knoche, Naldo und der derzeit verletzungsbedingt pausierende Rodriguez trugen immerhin bereits beachtliche acht Treffer zur Ausbeute der Wölfe bei.

Auch ein kleines Derby hat seinen Reiz

Feuerten die Gäste in den vergangenen Wochen aus buchstäblich allen Rohen, machte den 96ern im zu Ende gehenden Herbst ein permanenter Zickzack-Kurs zu schaffen: So ließ Hannover auf die Niederlagen gegen Stuttgart, München und Gladbach zunächst eine Erfolgsserie gegen Dortmund, Frankfurt und die Berliner Hertha folgen, bis es dann in der Tabelle nach den beiden jüngsten Pleiten gegen Leverkusen und Hoffenheim wieder ein gutes Stück nach unten ging. Im Vergleich zur verkorksten Vorsaison stellt der momentan zu Buche schlagende achte Rang für die Mannschaft allerdings trotz allem eine erfreuliche Stabilisierung dar – zumal der zwischenzeitliche Höhenflug darauf hoffen lässt, dass sich die unlängst erlittenen Rückschläge nun ebenfalls nur als ein vorübergehendes Phänomen erweisen.

Da die Hausherren zuletzt jedoch bereits gegen zwei unmittelbare Tabellennachbarn leer ausgingen, schlagen die Roten vor der schweren Aufgabe gegen den ungleich ambitionierteren Nachbarn dennoch vorsichtshalber erst einmal etwas leisere Töne an: So tat der ansonsten keinesfalls als Leisetreter bekannte Klubchef Martin Kind vor dem Derby kund, „schon mit einem Punkt deutlich zufrieden“ zu sein. Dass ein dreifacher Punktgewinn entsprechend „mehr als erfreulich“ wäre, dürfte sicher nicht nur auf die bloße Stärke des Gegners zurückzuführen sein – allein der Umstand, dass Kind ohne Not das sportliche Tagesgeschäft kommentiert, verweist schließlich darauf, dass man das Niedersachsen-Duell in Hannover dann doch um einiges ernster nimmt, als man es dem Wolfsburger Rivalen im Grund des eigenen Herzens eigentlich zugestehen will.

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