Category: Derbys Österreich – 2:48 pm

Im 312. Wiener Derby zwischen Austria und Rapid, das am kommenden Sonntagnachmittag in der Generali-Arena auf dem Programm steht, geht es vor allem für die Heimmannschaft um viel. Denn nach drei Niederlagen in den ersten vier Partien im Frühjahr rangiert die Austria in der Tabelle nur auf Rang sechs. Der Rückstand auf die internationalen Startplätze beträgt nach Verlustpunkten bereits sieben Zähler.

Noch viel bitterer ist für die Violetten allerdings der Zehn-Punkte-Rückstand, den man auf den zweitplatzierten Stadtrivalen aufweist. Im Falle einer Heimniederlage gegen Rapid würde dieser auf wohl uneinholbare 13 Punkte anwachsen. Das ist auch deshalb von Bedeutung, da die Klubführung vor Beginn der Rückrunde noch mit Platz zwei und damit der Qualifikation für die Champions League spekuliert hatte. Dieses Ziel ist aber mittlerweile in weite Ferne gerückt.

Letzte Chance für Baumgartner?

Daher ist auch Trainer Gerald Baumgartner aktuell schwer angezählt. Eine Derbyniederlage würde für ihn wohl das endgültige Aus am Verteilerkreis bedeuten. Leidgeprüften Austria-Anhängern sind derartige Entwicklungen durchaus nicht fremd. Seitdem Peter Stöger nach dem überraschenden Titelgewinn in der Saison 2012/13 zum 1. FC Köln wechselte, ist mit Baumgartner bereits der dritte Austria-Trainer im Amt. Seine Vorgänger Nenad Bjelica und Herbert Gager scheiterten ebenfalls an der hohen Erwartungshaltung in Wien-Favoriten. Während Stöger aus dem vorhandenen Personal das Maximum herausholte, erreichten dieselben Spieler unter seinen Nachfolgern nie mehr die Form, die sie noch in der Meistersaison ausspielten.

Aktuell kam zur sportlichen Misere im letzten Spiel in Graz gegen Sturm auch noch Pech dazu, als man trotz einer 1:0-Führung im Finish noch zwei Tore kassierte, wobei der Siegtreffer der Grazer in der Nachspielzeit aus Abseitsposition erzielt wurde.

Rapid rotiert zum späten Sieg

Konträr dazu musste Derbygegner Rapid am Mittwoch im Heimspiel gegen Aufsteiger Altach ebenfalls bis in die Nachspielzeit warten, ehe in der 94. Minute der erlösende Siegtreffer durch den eingewechselten Philipp Prosenik fiel. Davor waren die Grün-Weißen über 90 Minuten lang vergeblich gegen die Abwehrmauer der Vorarlberger angerannt. Prosenik stand überhaupt nur deshalb im Kader, weil mit dem Slowenen Robert Beric der Topscorer der Hütteldorfer (16 Saisontore) wegen einer Gelbsperre pausieren musste.

Aber Trainer Zoran Barisic musste nicht nur auf Beric verzichten, er ließ zudem mit Hofmann, Schrammel, Kainz und Petsos vier weitere Spieler auf der Bank, die vier Tage zuvor beim 1:0-Sieg über Sturm Graz noch erste Wahl gewesen waren. Stattdessen kamen mit Schobesberger, Stangl, Grahovac und Starkl vier junge Spieler in die Mannschaft, die bisher erst selten – und vor allem nicht von Beginn an – zum Einsatz gekommen waren. Der eine oder andere konnte seine Chance auch nützen, dennoch ist damit zu rechnen, dass im Derby wieder das Stammpersonal auflaufen wird.

Welche Rolle spielt der Heimvorteil?

Aufgrund der letzten Ergebnisse ist Rapid eine leichte Favoritenrolle einzuräumen, aber gerade diese hatte im Wiener Derby meist nur wenig Aussagekraft. In der laufenden Saison konnte Rapid noch keines der Duelle mit der Austria gewinnen. Die erste Partie in der Generali-Arena endete 2:2, im Ernst-Happel-Stadion im Prater gab es einen 3:2-Erfolg der Violetten. Beim letzten Aufeinandertreffen kam es dabei zu Ausschreitungen beider Fangruppen, die zur Folge hatten, das die beiden restlichen Saisonderbys ohne Fans der Auswärtsmannschaft stattzufinden haben. Ob diese Maßnahme zur Beruhigung der Situation beitragen wird, bleibt abzuwarten.

Jedenfalls sollte der Heimvorteil in der Generali-Arena für die Austria doch spürbar sein. Der schlug sich für die Violetten in den letzten Heimderbys zumindest nicht im Ergebnis nieder. Ein 2:0-Sieg am 21. Oktober 2012 brachte den einzigen Austria-Sieg in den letzten neun Spielen am Verteilerkreis Favoriten. Im gleichen Zeitraum feierte Rapid vier Auswärts-Derbysiege, stets mit dem Ergebnis von 1:0. Vier weitere Begegnungen endeten unentschieden.

Gesamtbilanz Wiener Derby von 1911 bis 2014:

Pflichtspiele Gesamt (312): 127 Rapid-Siege, 113 Austria-Siege, 71 Unentschieden, Tore: 580:500
Meisterschaftsspiele (279): 116 Rapid-Siege, 95 Austria-Siege, 68 Unentschieden, Tore: 514:424

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Gast - Monday, September 25, 2017 01:24:58

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