Posts Tagged ‘Hamburger SV’

Category: Derbys Deutschland – Author: admin – 7:44 pm

Die deutschen Bundesligen 1, 2 und 3 sind nicht reich an Stadt-Derbys, doch an diesem Wochenende finden gleich zwei statt. Am Freitag den 17.09.10 treffen erstmals Union und Hertha im Berliner Derby aufeinander. Am Sonntag den 19.09.10 empfängt der FC Sankt Pauli den großen Hamburger SV zum 130. Duell. Somit hat die zweite und die erste Bundesliga ihr City-Derby. Zu diesen beiden Top-Spielen gesellt sich ein weiterer Klassiker. Borussia Dortmund ist zu Gast beim Erzrivalen Schalke 04, auch dieses Match findet am 19.09.10 statt.

Es wird drei mal Geschichte geschrieben. Auf Sankt Pauli spielt der HSV das erste Mal am Millerntor, in Berlin feiert das Derby Premiere und auf Schalke werden die schwarz-gelben Fans aus Dortmund das Derby boykottieren. Über alle drei Spiele wird Derbysieg.com berichten.

Category: FC Sankt Pauli,Hamburger SV – Author: admin – 12:46 pm

Sucht man in den Suchmaschinen nach “Hamburger Derby”, dann stößt man meist auf den Pferderennsport, dabei interessiert uns der Fußball, das Derby zwischen den Hamburger Traditionsclubs HSV und St.Pauli.

Das letzte Spiel der beiden fand in der Bundesliga Saison 2001/2002 statt, damals gewann der HSV mit 0:4, aber nicht am Millerntor, sondern in der heimischen Arena. Pauli hatte damals Heimrecht, das eigene Stadion war baufällig, hatte kein großes Komfort und nicht genügend Plätze für dieses Derby, so entschied man sich beim “großen” Nachbarn dieses “Heimspiel” auszutragen, es war somit gar kein Heimspiel. Dies wird sich in der kommenden Saison jedoch ändern. Das Hamburger Fußball-Derby wird im Millerntor ausgetragen, darauf einigten sich die Bosse auf Sankt Pauli. Dass das Bundesligaspiel am Kiez stattfindet, wird Premiere in der Historie beider Vereine sein.

Noch ist es einige Tage hin bis zum Stadt-Derby zwischen dem Hamburger Sportverein und dem FC Sankt Pauli, doch schon jetzt ist die Vorfreude groß. Wer keine Karten für das Spiel am 18.09.2010 hat, der wird das Spiel in den Kneipen oder zu Hause vorm TV schauen, dieses Spiel gibt es live, so wie es die komplette Bundesliga live auf Sky gibt. Nicht nur ganz Hamburg und die Region wird auf den Beinen sein, sondern ganz Fußball-Deutschland wird mit Spannung diesen Klassiker verfolgen. Es ist keine politische Auseinandersetzung und kein ermogeltes Derby, es ist DAS Derby der Stadt Hamburg.
Der Countdown läuft!

Gruß Derbysieger

Category: Hamburger SV,Werder Bremen – Author: admin – 10:03 pm

Es war DAS Duell zum Ende der vergangenen Saison, als sich der SV Werder Bremen und der Hamburger SV im Halbfinale des DFB-Pokals und des UEFA-Pokals gegenüberstanden. Die Werderaner sorgten durch ihre Erfolge für großen Katzenjammer bei den Rothosen, die wieder einmal am Ende ohne Titel blieben. Dieses Mal sind die Vorzeichen umgekehrt und der HSV könnte den Grün-Weißen im Saisonabschluss vor eigener Kulisse die Suppe ordentlich versalzen.

HSV und die letzte Chance
Nach der Trennung von Problem-Bruno Labbadia zeigten die Hamburger zuletzt beim unglücklichen Aus in der Europa League gegen Fulham und vor allem beim deutlichen 4:0-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg eine ordentliche Reaktion, nachdem man den ehemaligen Übungsleiter zuvor mit einer klassischen Arbeitsverweigerung in Hoffenheim (1:5) erfolgreich absägte. Ausgerechnet Mladen Petric, einer der größten Kritiker Labbadias, brachte den HSV in die Erfolgsspur zurück. Außerdem sammelte Ruud van Nistelrooy nach seiner Einwechslung mit einem Treffer Pluspunkte im Kampf um einen Platz bei der Weltmeisterschaft in Hollands Star-Aufgebot. So bleibt immerhin die theoretische Möglichkeit, sich im Falle eines VfB-Ausrutschers und eines eigenen Erfolges am letzten Spieltag doch noch für die Europa-League zu qualifizieren. Nach einem starken Saisonauftakt schmierten die Hamburger förmlich ab und könnten nun doch noch, ausgerechnet gegen den Erzrivalen, einen versöhnlichen Saisonabschluss feiern und das Mindestziel erreichen. Andernfalls droht dem Bundesliga-Dino ein erneuter Umbruch und auf Vorstands-Boss Hoffmann, dem bereits kräftig der Wind ins Gesicht bläst, würden stürmische Zeiten zukommen.

Werder will Rückrunde krönen
Beim Gegner aus Bremen herrscht dagegen derzeit eitel Sonnenschein. Mit einer imposanten Rückrunde arbeitete sich die Schaaf-Truppe bis auf Platz 3 vor, der am Saisonende zur Qualifikation für die Champions League berechtigen würde. Zudem steht Werder wieder einmal im Finale des DFB-Pokals und trifft dort auf den frisch gekürten Meister aus München. Am vergangenen Samstag beendete man die Titelträume von Schalke 04 durch einen 2:0-Auswärtserfolg, Mesut Özil zeigte sich dabei in WM-Form, und geht voller Selbstvertrauen in das letzte Bundesliga-Spiel Um jedoch Platz 3 gegenüber Leverkusen sicher zu verteidigen, benötigt Werder einen Sieg im ausverkauften Weserstadion.

Marc Strasser

Category: Hamburger SV,Werder Bremen – Author: admin – 6:23 pm

Der Hamburger SV hat sein „Trauma“ aus der Vorsaison, Werder Bremen, am Sonntag mit unbändigem Kampfeswillen und Engagement überwunden. Zum Abschluss der Hinrunde gewannen die „Rothosen“ in einem packenden Derby trotz widriger Boden- und Wetterverhältnisse mit 2:1 und schoben sich an Werder vorbei auf Tabellenplatz 4. Die Bremer indes mussten sich binnen 8 Tagen zum zweiten Mal einem unmittelbaren Konkurrenten um die Tabellenspitze geschlagen geben und überwintern nach dem Ende ihrer großartigen Serie aus der Vorrunde lediglich auf Rang 6.

Unter stehenden Ovationen wurden die Hamburger zum Jahresausklang von ihren begeisterten Anhängern in die Winterpause verabschiedet. Nach dem Vierfachderby im Frühjahr (Meisterschaft, Halbfinale DFB- und zweimal UEFA-Pokal), als der Nordrivale binnen 19 Tage alle Titelträume des HSV zerstörte, gelang in der mit 57 000 Zuschauern restlos ausverkauften HSH-Nordbank-Arena die lang ersehnte Revanche.

Ein wesentlicher Faktor beim wieder erstarkten HSV ist an der Rückkehr von Stürmerstar Mladen Petric festzumachen: Mit ihm in der Startelf holte man in zwei Spielen sechs Punkte, während man ohne den Kroaten in sieben Bundesliga-Partien sieglos blieb. Wenngleich der Angreifer noch nicht ganz zu alter Stärke zurückgefunden hat, so schafft allein seine Präsenz mehr Raum vor allem für Eljero Elia. Der Niederländer lieferte eine beeindruckende Vorstellung und ließ sich selbst durch den Schneeboden nicht ausbremsen, sondern bestach durch zahlreiche technische Finessen und unglaubliche Schnelligkeit. Das vorentscheidende 2:0 durch Marcel Jansen in Unterzahl bereite er mit einem Geniestreich und genau getimten Steilpass in die Nahtstelle der weit aufgerückten Werder-Abwehr mustergültig vor. Kurz zuvor war Jerome Boateng nach einem Foul an Marko Marin des Feldes verwiesen worden, der HSV musste darauf 60 Minuten in Unterzahl antreten.

Bei Werder dagegen wurden die Probleme auf den defensiven Außenbahnen nach den Ausfällen von Clemens Fritz und Sebastian Boenisch überdeutlich. Mit Petri Pasanen (links) und Sebastian Prödl (rechts) boten die Bremen vier gelernte Manndecker auf. Insgesamt erinnerte die defensive Leistung allzu oft an die der vergangenen Saison, als man sich selbst das Leben schwer machte und den Gegner zum Toreschießen einlud. Beim ersten Gegentreffer durch Mathijsen war weit und breit kein Gegenspieler zu sehen, das 2:0 resultiere im Anschluss an eine eigene Ecke, als das Umschalten auf Defensive erneut schlafmützig in Angriff genommen wurde und außerdem die Abseitsfalle nicht zuschnappte.

Obwohl Werder nie aufsteckte und durch Hunt, Marin und Naldo, der bei seinem Seitfallzieher immerhin die Höchstnote in der B-Note abräumte, am Querbalken scheiterte, fehlte den Werderanern um den enttäuschenden Spielmacher Özil der entscheidende Funke Esprit. Der HSV dagegen hat seine jüngste Vergangenheit nun erfolgreich aufgearbeitet und kann optimistisch in das neue Jahr blicken.

Marc Strasser

Category: Hamburger SV,Werder Bremen – Author: admin – 12:03 pm

Hamburg. Fußballer mit dem Satz “Wir wollen gewinnen” zu zitieren, ist eigentlich Unsinn. Schließlich käme niemand auf die Idee, ein anderes Ziel zu formulieren, etwa dieses: “Wir wollen verlieren.”

Vor dem 91. Nordderby zwischen dem HSV und Werder Bremen am Sonntag (15.30 Uhr) wurde aber besonders viel über das Siegen gesprochen. Und das verwundert nicht. “Das ist vielleicht das wichtigste Spiel des Jahres”, sagte Mladen Petric ungewöhnlich deutlich. Nach dem Dreifach-Knock-out innerhalb von 19 Tagen in der vergangenen Saison, als Werder dem Nordrivalen die Finalspiele im DFB-Pokal und Uefa-Cup verwehrte und dann noch aus allen Meisterschaftsträumen riss, wollen die HSV-Spieler ein neues Kapitel in der langen Geschichte der Duelle zwischen beiden Klubs schreiben – ein viel schöneres. “Werder hat uns eine ganze Saison zerstört, da ist noch eine Rechnung offen”, sagte Guy Demel.

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Category: Hamburger SV,Werder Bremen – Author: admin – 4:53 pm

Als am gestrigen Abend der Hamburger SV im Nordderby 1:0 in Führung ging, sangen die HSV Fans “Istanbul ist viel schöner als Berlin”, da wussten die Rothosen aber noch nicht, dass eine Papierkugel, die Teil ihrer eigenen Choregrafie war, das Spiel zugunsten von Werder Bremen entscheiden würde. Was war passiert?

Den anschließenden Eckball verwandelte Baumann zum vorentscheidenen 1:3. Nun fahnden Fans des HSVs nach dem Täter. Prügel bis lebenslanges Stadionverbot wird gefordert. Die Papierkugel landet übriges im Weser-Museum und dürfte wie der Büchsenwurf oder Pfostenbruch von Gladbach in die Geschichte des deutschen Fußballs eingehen.

Die Derbywochen im Norden gehen am Sonntag in die nächste Runde, nämlich dann stehen sich die beiden Nordclubs in der Bundesliga wieder gegenüber. Der HSV ist dabei alles zu verlieren, die Meisterschaft scheint in aller Ferne gerückt zu sein, sogar um die CL-Teilnahme und die des UEFA Cups muss gebangt werden, allein deswegen muss ein Dreier am Wochenende her. Bremen hingegen fährt nach Istanbul zum UEFA Cup Finale gegen Schachtjor Donetsk und nach Berlin, nachdem man ebenfalls den HSV ausgeschaltet hatte.

Möge Werder den UEFA Cup holen und der HSV wenigstens die Saison erfolgreich beenden, denn irgendwie können se einem leid tun, die Rothosen aus Hamburg.

Category: Hamburger SV,Werder Bremen – Author: admin – 11:15 am

Das Duell der Nordrivalen Hamburger SV und Werder Bremen ist das Highlight im DFB-Pokal-Halbfinale. Nationalspielerin Ariane Hingst zog im Beisein von Bundestrainer Joachim Löw bei der Auslosung am Samstagabend im Aktuellen Sportstudio des ZDF das insgesamt siebte Aufeinandertreffen der beiden Nordlichter im Pokal.

Quelle 1asport.de

Category: Hamburger SV,Werder Bremen – Author: admin – 4:11 pm

Mit einem Sonntagsschuss hat Ivica Olic den Rothosen den Derbysieg bescherrt. Ausgerechnet der Kroate traf gegen den wohl unbeliebtesten Bremer, Tim Wiese nämlich hatte bei der letzten Begegnung mit seiner Kung-Fu Einlage Olic niedergestreckt. Genugtung nicht nur für den Hamburger, sondern für alle Hamburger, diese mussten mehr als 5 Jahre auf einen Heimerfolg gegen Bremen warten. Für diesen Heimerfolg musste die Fans tief in die Tasche greifen. Bis zu 97€ soll eine Karte für einen Sitzplatz gekostet haben, damit war es das teuerste Bundesligaspiel aller Zeiten.

HSV ChoreoDie Hamburger zeigten eine etwas andere Choreografie, die durchaus gelungen ist. Die Fans im Oberrang zeigten nicht wie sonst Papptäfelchen zu Beginn des Spiels, sondern zogen sich allesamt blaue, bzw. weiße Plastikjacken an, um so gemeinsam den Schriftzug HSV zu zaubern, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Darunter sah man ein Transparent mit der Aufschrift: “Unsere Liebe auf den Leib geschrieben”. Lustig war auch folgendes Spruchband der HSV-Fans: “In Liga und Pisa, Brämen = miesa”.

Werder ChoreoAuch die Bremer haben für eine im Gästeblock schöne kleine Choreo gemacht. Zwischen Oberrang und Unterrang war ein Transparent mit der Aufschrift “Durchstarten” angebracht, rechts davon zu sehen eine Rakete im Werder-Logo Style. Grüne und weiße Luftballons füllten den Block, in diesem auch 6 Doppelhalter, die zusammen “JETZT!” ergaben. “DURCHSTARTEN JETZT!”, das war das Motto der Werder-Fans, das die Mannschaft nicht umsetzen konnte. Jedenfalls die Fans auf beiden Seiten haben gespürt was dieses Derby bedeutet, denn schlussendlich sind es sie, die das Derby auch fühlen.

Category: Hamburger SV,Werder Bremen – Author: admin – 2:30 pm

Am 23.11.08 kommt es wieder zum Nord-Derby zwischen dem HSV und Werder. Grund für uns uns mal auf die Spuren dieses Derby zu machen:

Werner Skrentny, Hamburg
13.5.2006 0:00 Uhr

nullWenn am nächsten Sonntag die Anhänger des SV Werder Bremen am Hauptbahnhof oder im Altonaer Volkspark zum Derby beim Hamburger SV anreisen, wird sie ein stattliches Polizeiaufgebot erwarten. Das Ereignis gilt als brisant – was man von früheren Spielen eigentlich nicht behaupten konnte. Und ob tatsächlich eine Rivalität der beiden Hansestädte besteht, sei einmal dahingestellt. Natürlich sieht man dieser Tage auch in Hamburg wieder T-Shirts mit dem platten Witz: „Was ist das Schönste an Bremen? – Die Autobahn nach Hamburg!“ Und manche Hanseaten, denen das eher provinzielle „Abendblatt“ einreden will, sie würden in einer „Weltstadt“ leben (der eigentlich nur noch die Olympischen Spiele fehlen…), charakterisieren Bremen als „Dorf mit Straßenbahn“. Zu unterschiedlich sind die Dimensionen, dort 1,7 Millionen Einwohner, 120 Kilometer weiter deren 546 000. Will man die Rivalität historisch ableiten, so hat sie damit zu tun, dass ehemals geistliche und weltliche Macht stritten: Bremen war seit dem 11. Jahrhundert Sitz des auch für Hamburg zuständigen Bischofs, die Hamburger aber ließen den Dom 1807 abreißen. Daran erinnert hat sich 2003 im Streit um den Staatskirchenvertrag Polit-Desperado Ronald Schill: „Ein Hamburger kniet vor niemanden nieder, auch nicht vor der Kirche!“ Eine „Gesellschaft für Hamburgisch-Bremische Freundschaft“ ist über den Status „in Gründung“ seit 1999 jedenfalls nicht hinausgekommen, ihre Parole „Hummel, Hummel! Werder, Werder!“ blieb unerwidert.

Fußballerisch hatte Werder zwar bereits 1930 hohe Ansprüche postuliert („aus der Beengtheit eines fast doch nur provinziellen Lebens heraustreten“), doch den großen Namen besaß im deutschen Fußball nach 1945 im Norden der Hamburger SV. Da hatte der SV Werder noch mit Lokalrivalen wie dem Bremer SV und Bremerhaven 93 zu kämpfen. Werder aber unternahm erhebliche Anstrengungen, zeitweise hieß das Oberliga Nord-Team in Anlehnung an eine Zigarettenmarke des Hauses Brinkmann „Texas-Elf“. Und heftig stritten beide Vereine, als es 1953 um Willi Schröder, nach Fritz Walter damals der sicherlich beste Spielmacher, von Bremen 1860 ging. Der HSV steckte dem späteren Nationalspieler im Bremer „Ratskeller“ 15 000 DM Handgeld zu, bald darauf hing im Schaufenster eines lokalen Autosalons das Plakat: „Dieses Auto kaufte Willi Schröder.“ Der Handel flog auf, es hagelte Strafen und der Bremer Sportsenator wurde vorstellig: „Willi, wenn Du schon wechselst, dann nur zu Werder!“ Die Vereinsspitze kasernierte Schröder auf der Nordseeinsel Wangerooge, bis der Tag der Vertragsunterzeichnung nahte – Schröder unterschrieb, Bremen kam mit ihm und unter Trainer „Schorsch“ Knöpfle dem HSV von 1958 bis 1963 recht nahe, wurde hinter dem fast ewigen Oberliga-Nord-Meister stets Vize. Der HSV setzte auf den Nachwuchs, Werder dagegen nutzte seine Verbindungen zu Schalke (unter anderen kamen Jagielski und Soya, beide von Beruf Gastwirt!), verpflichtete spätere Stützen wie „Pico“ Schütz, Max Lorenz, Sepp Piontek und Horst-Dieter Höttges. Und siehe da: Der zweite Bundesliga-Meister hieß 1965 SV Werder Bremen.

AlmeidaInzwischen ist man mit dem Rivalen von der Elbe fast gleichauf, der in 21 von 41 Spielzeiten besser platziert war. Eine Saison nämlich verbrachten die Bremer 1980-81 in der Zweiten Bundesliga Nord an Orten wie Bocholt, Erkenschwick, Herford und Hannover-Oststadt. Als Trainer Kuno Klötzer bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt wurde, löste ihn in der Saison der bis dahin arbeitslose Coach Otto Rehhagel ab. Der blieb bis 1995, war Mitglied des „Dreigestirns“ mit Präsident Franz Böhmert (1970-1999) und Manager Willi Lemke (1980-1999). In Hamburg trugen sie zu der Zeit den Kopf noch zu Recht hoch: dreimal Deutscher Meister (1979, 1982, 1983) und Europacup-Sieger (1983). Kargus, Kaltz, Keegan, Magath, Hrubesch, die Trainer Zebec und Happel, Manager Netzer waren die Heroen jener Tage. Bremer Fan-Veteranen beschrieben das Verhältnis bis dahin als „fast freundschaftlich“ bis „na ja…“.

Adrian MaleikaAm 16. Oktober 1982 aber kam einer der ihren vom Fan-Club „Die Treuen“ ums Leben, als rechtsradikal orientierte Mitglieder der „Löwen“ des HSV und Skinheads die Bremer beim Volksparkstadion angriffen. Der 16-jährige Adrian Maleika wurde von einem Mauerstein am Kopf getroffen und zusammengetreten. Er erlitt einen Schädelbasisbruch und Gehirnblutungen, an deren Folgen er am darauffolgenden Tag im Krankenhaus Hamburg-Altona verstarb. Die Werder-Fan-Kurve zeigte bald darauf ein Transparent: „Fußball ist Kampf um den Ball – und nicht Kampf zwischen den Fans“. Im Dezember 1982 schlossen 200 Fan-Delegierte beider Klubs auf halber Strecke zwischen den Städten den „Frieden von Scheeßel“, eine Art „Stillhalteabkommen“ im Beisein der Manager Netzer und Lemke. Der Tod von Adrian Maleika aber ist bei vielen nicht vergessen. Eine Bremer Fan-Page widmet ihm eine ganze Seite, und beim Werder-Spiel 2004 in Hamburg sollen HSVer die Parole skandiert haben: „Adrian Maleika – die Steine fliegen weiter.“ Die Rivalität der Vereine mag auch darin begründet sein, dass der HSV ein ganzes Jahrzehnt lang, von 1984 bis 1995, hinter Meister und Europacupsieger Werder hinterher hinkte. Damals outeten sich per Leserbrief sogar Fußball-Freunde aus dem Hamburger Umland, sie würden das Weserstadion dem Volksparkstadion vorziehen. Zusätzlich ärgerte die HSV-Gemeinde, dass Bremen auf Hamburger Talente baute: Frank Neubarth (317 Bundesliga-Spiele), Norbert Meier (242), Thomas Wolter (312), und heute Ivan Klasnic und Patrick Owomoyela.

Choreo HSVAls legendär gelten inzwischen die Choreographien der Ultras beider Vereine. „Ihr seid das Tor zur Welt – aber wir haben den Schlüssel“, dichteten die Bremer in Anlehnung an die Stadtwappen, lagen aber völlig daneben, als sie 2004 auf einem Transparent Bomben auf Hamburg fallen ließen. Nachdem 2005 am Hamburger Hauptbahnhof Polizei und Bremer Fans („67 Gefangene, 1 Festnahme“) zusammenstießen, zeigten die inzwischen aufgelöste „Eastside“ aus Bremen und die „Chosen Few“ vom HSV im Stadion gemeinsam Flagge: „Rivalität gehört zum Derby – Willkür nicht“, eine Parole, mit der man „gemeinsam gegen polizeiliche Repression“ vorgehen wollte. Die Polizei jedenfalls hat für den nächste Spiel schon wieder „die höchste Sicherheitsstufe“ ausgerufen.

geschrieben von:

Werner Skrentny

Werner Skrentny, geboren 1949, lebt seit 1978 als freier Journalist in Hamburg und ist Herausgeber und Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur Stadt-, Sozial- und Sportgeschichte.