Posts Tagged ‘Ultras’

Category: Dies & Das – Author: admin – 7:55 pm

Alfred Draxler, wer auch immer das sein mag, unter dem Motto Nachgehackt schrieb er kürzlich eine Kolumne in Blöd Online, die sich kritisch mit dem Thema Ultras beschäftigt. Kritisch und total unwissend!

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So bringt er Ultras mit fliegenden Feuerzeugen und Bierbechern in Verbindung, mit Angriffen auf Dietmar Hopp und schreibt, dass Ultras beim Verkauf von Fan-Artikeln mit verdienen wollen, Experten seien sich einig, dass Ultras zum großen Problem in den kommenden Jahren werden.

Lieber Herr Draxler,

man darf sich durchaus kritisch mit dem Thema Ultras, bzw. mit dem Thema Pyrotechnik auseinandersetzen, erst recht, wenn Verletzungen billigend in Kauf genommen werden, aber man sollte bei den Fakten bleiben, sich richtig informieren und nicht so einen Unsinn schreiben. Feuerzeuge wurden schon immer geworfen und nicht explizit von Ultras, mir ist kein Fall bekannt. Der Bierbecher auf Sankt Pauli flog nicht aus dem Ultra-Block. Der Täter war 43 Jahre alt, er warf den Becher von der Haupttribüne. Die regelmäßigen Angriffe gegen Mäzen Hopp kommen aus dem gesamten Block, nicht explizit von ultraorientierten Fans. In Deutschland ist kein Fall bekannt, wo Ultras an Fanartikeln mitverdienen wollen. Sie verkaufen ihre eigene Produkte, um damit Choreografien, Fahrten und sonstiges zu finanzieren.

Alle anderen Infos haben Sie sich über Wikipedia und Co. eingeholt, Sie haben sonst keinerlei Kenntnisse, Sie beteiligen sich an der Medienhetze und stellen falsche Behauptungen auf, damit Ihre Kolumne fett wird.

Nicht alles ist falsch, aber fast alles was Sie schreiben ist zum wegschmeißen komisch!

Mit freundlichen Grüßen
derbysieg.com

Category: FC Sankt Pauli,Hamburger SV – Author: admin – 6:22 pm

Am 4 Spieltag treffen die beiden Hamburger Clubs aufeinander und bereits jetzt gibt es mächtig Stunk. Nachdem eine Gruppe von etwa 15 HSV-Fans in der Nacht zum Sonntag Sankt Pauli Fans in Altona gewaltsam angegriffen haben, berichten jetzt Medien, dass unter den Opfern auch Frauen, Kinder und Behinderte gegeben haben soll.

An dieser Stelle sei zu erwähnen, dass oft Schmarn erzählt und propagiert wird, aber sollte das der Wahrheit entsprechen, dann sollten sich die Jungs mal an den Kopf fassen, aber mit 16 Jahren, so alt sollen die Täter im Schnitt sein, fassen sich die Wenigsten an den Kopf, der in dieser Phase meist noch aus Holz besteht.

Wenn sich Ultras oder Hooligans die Köppe einschlagen wollen, sich gegenseitig so überraschen, sich gegenseitig beklauen und verabreden, dann ist das für viele nicht zu verstehen, aber es werden keine Kinder und Frauen mitreingezogen, auch wenn viele ultraorientierte Fans aus dem Kreis der Jugendlichen kommen, wissen sie worauf sie sich einlassen und suchen das “Erlebnis”. Auch wenn es nie eine Garantie dafür gibt, dass Unschuldige mitreingezogen werden, erst recht wenn es im Stadion zu Gewaltakte kommt oder an öffentlichen Plätzen, wo sich viele Menschen aufhalten.

Es steht Derbysieg nicht zu darüber zu urteilen, es ist ein Ding zwischen dem HSV und Sankt Pauli, zwischen beider Fangruppen. Sorgt dafür, dass es nicht ein Ding für den DFB, für die DFL, für die Polizei und keine Sache für die Politik wird, denn am Ende hat man nichts mehr von dem Derby, außer vielleicht live im Pay-TV.

Category: Borussia Dortmund,Schalke 04 – Author: admin – 9:55 am

Genialer Trailer zum Ruhrpott-Derby aus Schalker Sicht:

Category: Carl Zeiss Jena,Rot Weiß Erfurt – Author: admin – 1:46 pm

Beim vergangenen Thüringen-Derby zwischen Jena und Erfurt kam es in den Schlussminuten zu Pyroaktionen im Block der Erfurter. Das Spiel wurde kurzzeitig unterbrochen, in der Nachspielzeit ist dann der 1:1 Ausgleich für Jena gefallen. Ob Erfordia ihr Team mit der Aktion geschadet haben, schließlich gab es die lange Nachspielzeit aufgrund der Unterbrechung, ist spekulativ, aber sich selbst haben sie damit massiv geschadet. Wie die Gazetten berichten soll gegen etwa 120 Erfurt Fans Stadionverbot bis zum Saisonende verhängt werden, gegen 20 davon ggf. lebenslänglich. Außerdem wurde Rot Weiß Erfurt eine Geldstrafe von 10.000€ auferlegt, weiter findet das Spiel gegen VfR Aalen, das vermutlich am 04.04 ausgetragen wird, teilweise unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt, lediglich 1500 Dauerkarteninhaber und 300 Gästefans sind für dieses Spiel zugelassen.

Video:

Category: Hamburger SV,Werder Bremen – Author: admin – 2:30 pm

Am 23.11.08 kommt es wieder zum Nord-Derby zwischen dem HSV und Werder. Grund für uns uns mal auf die Spuren dieses Derby zu machen:

Werner Skrentny, Hamburg
13.5.2006 0:00 Uhr

nullWenn am nächsten Sonntag die Anhänger des SV Werder Bremen am Hauptbahnhof oder im Altonaer Volkspark zum Derby beim Hamburger SV anreisen, wird sie ein stattliches Polizeiaufgebot erwarten. Das Ereignis gilt als brisant – was man von früheren Spielen eigentlich nicht behaupten konnte. Und ob tatsächlich eine Rivalität der beiden Hansestädte besteht, sei einmal dahingestellt. Natürlich sieht man dieser Tage auch in Hamburg wieder T-Shirts mit dem platten Witz: „Was ist das Schönste an Bremen? – Die Autobahn nach Hamburg!“ Und manche Hanseaten, denen das eher provinzielle „Abendblatt“ einreden will, sie würden in einer „Weltstadt“ leben (der eigentlich nur noch die Olympischen Spiele fehlen…), charakterisieren Bremen als „Dorf mit Straßenbahn“. Zu unterschiedlich sind die Dimensionen, dort 1,7 Millionen Einwohner, 120 Kilometer weiter deren 546 000. Will man die Rivalität historisch ableiten, so hat sie damit zu tun, dass ehemals geistliche und weltliche Macht stritten: Bremen war seit dem 11. Jahrhundert Sitz des auch für Hamburg zuständigen Bischofs, die Hamburger aber ließen den Dom 1807 abreißen. Daran erinnert hat sich 2003 im Streit um den Staatskirchenvertrag Polit-Desperado Ronald Schill: „Ein Hamburger kniet vor niemanden nieder, auch nicht vor der Kirche!“ Eine „Gesellschaft für Hamburgisch-Bremische Freundschaft“ ist über den Status „in Gründung“ seit 1999 jedenfalls nicht hinausgekommen, ihre Parole „Hummel, Hummel! Werder, Werder!“ blieb unerwidert.

Fußballerisch hatte Werder zwar bereits 1930 hohe Ansprüche postuliert („aus der Beengtheit eines fast doch nur provinziellen Lebens heraustreten“), doch den großen Namen besaß im deutschen Fußball nach 1945 im Norden der Hamburger SV. Da hatte der SV Werder noch mit Lokalrivalen wie dem Bremer SV und Bremerhaven 93 zu kämpfen. Werder aber unternahm erhebliche Anstrengungen, zeitweise hieß das Oberliga Nord-Team in Anlehnung an eine Zigarettenmarke des Hauses Brinkmann „Texas-Elf“. Und heftig stritten beide Vereine, als es 1953 um Willi Schröder, nach Fritz Walter damals der sicherlich beste Spielmacher, von Bremen 1860 ging. Der HSV steckte dem späteren Nationalspieler im Bremer „Ratskeller“ 15 000 DM Handgeld zu, bald darauf hing im Schaufenster eines lokalen Autosalons das Plakat: „Dieses Auto kaufte Willi Schröder.“ Der Handel flog auf, es hagelte Strafen und der Bremer Sportsenator wurde vorstellig: „Willi, wenn Du schon wechselst, dann nur zu Werder!“ Die Vereinsspitze kasernierte Schröder auf der Nordseeinsel Wangerooge, bis der Tag der Vertragsunterzeichnung nahte – Schröder unterschrieb, Bremen kam mit ihm und unter Trainer „Schorsch“ Knöpfle dem HSV von 1958 bis 1963 recht nahe, wurde hinter dem fast ewigen Oberliga-Nord-Meister stets Vize. Der HSV setzte auf den Nachwuchs, Werder dagegen nutzte seine Verbindungen zu Schalke (unter anderen kamen Jagielski und Soya, beide von Beruf Gastwirt!), verpflichtete spätere Stützen wie „Pico“ Schütz, Max Lorenz, Sepp Piontek und Horst-Dieter Höttges. Und siehe da: Der zweite Bundesliga-Meister hieß 1965 SV Werder Bremen.

AlmeidaInzwischen ist man mit dem Rivalen von der Elbe fast gleichauf, der in 21 von 41 Spielzeiten besser platziert war. Eine Saison nämlich verbrachten die Bremer 1980-81 in der Zweiten Bundesliga Nord an Orten wie Bocholt, Erkenschwick, Herford und Hannover-Oststadt. Als Trainer Kuno Klötzer bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt wurde, löste ihn in der Saison der bis dahin arbeitslose Coach Otto Rehhagel ab. Der blieb bis 1995, war Mitglied des „Dreigestirns“ mit Präsident Franz Böhmert (1970-1999) und Manager Willi Lemke (1980-1999). In Hamburg trugen sie zu der Zeit den Kopf noch zu Recht hoch: dreimal Deutscher Meister (1979, 1982, 1983) und Europacup-Sieger (1983). Kargus, Kaltz, Keegan, Magath, Hrubesch, die Trainer Zebec und Happel, Manager Netzer waren die Heroen jener Tage. Bremer Fan-Veteranen beschrieben das Verhältnis bis dahin als „fast freundschaftlich“ bis „na ja…“.

Adrian MaleikaAm 16. Oktober 1982 aber kam einer der ihren vom Fan-Club „Die Treuen“ ums Leben, als rechtsradikal orientierte Mitglieder der „Löwen“ des HSV und Skinheads die Bremer beim Volksparkstadion angriffen. Der 16-jährige Adrian Maleika wurde von einem Mauerstein am Kopf getroffen und zusammengetreten. Er erlitt einen Schädelbasisbruch und Gehirnblutungen, an deren Folgen er am darauffolgenden Tag im Krankenhaus Hamburg-Altona verstarb. Die Werder-Fan-Kurve zeigte bald darauf ein Transparent: „Fußball ist Kampf um den Ball – und nicht Kampf zwischen den Fans“. Im Dezember 1982 schlossen 200 Fan-Delegierte beider Klubs auf halber Strecke zwischen den Städten den „Frieden von Scheeßel“, eine Art „Stillhalteabkommen“ im Beisein der Manager Netzer und Lemke. Der Tod von Adrian Maleika aber ist bei vielen nicht vergessen. Eine Bremer Fan-Page widmet ihm eine ganze Seite, und beim Werder-Spiel 2004 in Hamburg sollen HSVer die Parole skandiert haben: „Adrian Maleika – die Steine fliegen weiter.“ Die Rivalität der Vereine mag auch darin begründet sein, dass der HSV ein ganzes Jahrzehnt lang, von 1984 bis 1995, hinter Meister und Europacupsieger Werder hinterher hinkte. Damals outeten sich per Leserbrief sogar Fußball-Freunde aus dem Hamburger Umland, sie würden das Weserstadion dem Volksparkstadion vorziehen. Zusätzlich ärgerte die HSV-Gemeinde, dass Bremen auf Hamburger Talente baute: Frank Neubarth (317 Bundesliga-Spiele), Norbert Meier (242), Thomas Wolter (312), und heute Ivan Klasnic und Patrick Owomoyela.

Choreo HSVAls legendär gelten inzwischen die Choreographien der Ultras beider Vereine. „Ihr seid das Tor zur Welt – aber wir haben den Schlüssel“, dichteten die Bremer in Anlehnung an die Stadtwappen, lagen aber völlig daneben, als sie 2004 auf einem Transparent Bomben auf Hamburg fallen ließen. Nachdem 2005 am Hamburger Hauptbahnhof Polizei und Bremer Fans („67 Gefangene, 1 Festnahme“) zusammenstießen, zeigten die inzwischen aufgelöste „Eastside“ aus Bremen und die „Chosen Few“ vom HSV im Stadion gemeinsam Flagge: „Rivalität gehört zum Derby – Willkür nicht“, eine Parole, mit der man „gemeinsam gegen polizeiliche Repression“ vorgehen wollte. Die Polizei jedenfalls hat für den nächste Spiel schon wieder „die höchste Sicherheitsstufe“ ausgerufen.

geschrieben von:

Werner Skrentny

Werner Skrentny, geboren 1949, lebt seit 1978 als freier Journalist in Hamburg und ist Herausgeber und Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur Stadt-, Sozial- und Sportgeschichte.

Category: 1860 München,Bayern München – Author: admin – 11:37 am

Anfang des Jahres 2008 haben Münchner Ultras der roten Sektion sich Zugang ins Grünwalder Stadion verschafft und die Kurve der Blauen rot weiß angestrichen. Die Sechziger hatten nichts zu lachen, ein Lachen konnte sich die übrige Fußball Nation aber nicht verkneifen. Eine nicht alltägliche Aktion, die Antwort der Blauen lässt noch auf sich warten.

Westkurve München