Archive for July, 2009

Category: Eintracht Frankfurt,Kickers Offenbach – Author: admin – 3:14 pm

Keine Frage, DAS Topspiel der 1. Runde im DFB-Pokal findet auf dem Bieberer Berg in Offenbach statt, wo die heimischen Kickers am Sonntag dem Erzrivalen Eintracht Frankfurt einen heißen Tanz bescheren wollen. Allein der Name „Bieberer Berg“ löst bei vielen Ehemaligen immer noch Angstschweiß aus, so erinnert sich Eintracht-Legende und Weltmeister Bernd Hölzenbein voller Ehrfurcht: „In Offenbach hat es 90 Minuten gerappelt. Da spielte keiner gerne“.

Während der Drittligist im Duell David gegen Goliath traditionell wenig zu verlieren hat und auf eine Sensation hofft, bekämpft die Eintracht die aufkommende Nervosität mit markigen Sprüchen. „Die hauen wir weg“, kündigte Neuzugang und Mr. Knüppelhart Maik Franz wenig respektvoll an, offenbar kann er sich an den Gedanken, im gegnerischen Stadion nicht über mindestens 90 Minuten permanent ausgepfiffen zu werden, nicht so recht anfreunden. Ein weiterer pikanter Aspekt dieser Auslosung liegt in der Vita von Offenbach Manager Andreas Möller, noch ein Weltmeister, der früher jahrelang im Mittelfeld der Eintracht die Fäden zog und nun seit einem Jahr als Sportdirektor bei den Kickers an den Strippen zieht. „Jeder Spieler kann ein Held werden“, setzt „Andy“ auf die Eigeninitiative seiner Spieler.

Das Stadion ist mit 24,000 Fans natürlich längst ausverkauft, 6,000 Anhänger der Eintracht werden erwartet. Die Bilanz, obwohl fast aus der Steinzeit datierend, ist besorgniserregend für die Gäste: Sechs von sieben Bundesligavergleichen gingen verloren, im Oktober 1973 gab es gar eine 2:5-Pleite. Die letzten zwei Begegnungen zwischen den Traditionsklubs fanden im DFB-Pokal statt, die Eintracht feierte 2003 (5:4 n.E.) und 2007 (3:0) den Einzug in die nächste Runde.

Neben dem Heimvorteil spricht für die Kickers außerdem die Tatsache, dass sie bereits voll im Saft stehen und ihre ersten beiden Ligaspiele absolviert haben. Am ersten Spieltag trennte man sich zuhause torlos von Erzgebirge Aue, am Mittwoch wurde mit dem 2:0-Erfolg bei Rot-Weiß Erfurt endlich der erste Saisonsieg eingefahren.

Die Eintracht dagegen quält sich derzeit mal wieder mit internen Streitereien, anscheinend auf der Suche nach dem längst verloren geglaubten Ruf der „launischen Diva vom Main“: Im Vorfeld der Pokalpartie wurde der langjährige Kapitän Ioannis Amanatidis von seinem Amt abgesetzt. Der stolze Grieche reagierte mit Unverständnis auf die Entscheidung des neuen Trainers Michael Skibbe und wird mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch auflaufen.

Marc Strasser